Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Die guten Seelen aus Neisse

Im Stadtkern von Neisse, in einer kleinen ruhigen Straße, befindet sich das Mutterhaus der Gemeinschaft der Schwestern der heiligen Elisabeth. Es wurde in den Jahren 1863 bis 1865 errichtet und stellt bis heute das Zentrum der religiösen Tätigkeit der Elisabethschwestern dar.

Das Mutterhaus der Gemeinschaft der Schwestern der heiligen Elisabeth in Neisse.
Foto: Barbara Maliszewska

Die Elisabethschwestern konstituierten sich als die erste einheimische Ordensgemeinschaft Schlesiens nach der Säkularisierung im Jahr 1810 in Neisse.

Im Jahr 1842 startete Klara Wolf, geboren in Neustadt O.S., die Initiative zur Organisation eines Frauenvereins, der ambulant Kranke pflegen könnte. Zwei ihrer leiblichen Schwestern, Mathilde und Maria Merkert, sowie Franziska Werner schlossen sich ihr schnell an. Nach ihrer Weihe vor dem Altar des Heiligsten Herzens Jesu erhielt ihre Arbeit eine Form. Obwohl die Gemeinschaft noch keinen Status als Ordensgemeinschaft hatte, stieß ihre Arbeit auf zunehmendes Interesse. Die geistliche Betreuung wurde von Pfarrer Franz Xaver Fischer übernommen, während Klara Wolff die interne Leitung innehatte. Im Jahr 1844 erhielten sie dank der Bemühungen von Pfarrer Fischer ein Gebäude, in dem sie leben konnten und stellten eine erste Regel und Tagesordnung auf.

Bald entstand die Idee, die Gemeinschaft in einen Orden umzuwandeln. Nach Misserfolgen und Meinungsverschiedenheiten über die zukünftige Entwicklung begaben sich Klara Wolff und Maria Merkert im Jahr 1846 nach Prag, um einjährige Noviziate in einer anderen Ordensgemeinschaft zu absolvieren. Aufgrund des Widerstands der Neisser Gemeinschaft gegen die Aufnahme in eine neue Struktur beschloss Klara, das Noviziat zu verlassen und sich der caritativen Arbeit zu widmen.

Kurz darauf, im Jahr 1847, kehrte Maria Merkert nach Neisse zurück, wo sie ihre Arbeit zusammen mit Franziska Werner fortsetzte. Im Jahr 1850, nach dem Verzicht auf das Noviziat, nahmen Maria und Franziska ihre Arbeit als Graue Schwestern der hl. Elisabeth wieder auf. Innerhalb kurzer Zeit schlossen sich ihnen neue Kandidatinnen an, und Maria übernahm die Leitung der Gemeinschaft.

Die weitere Entwicklung der Gemeinschaft führte dazu, dass sie um ihre Anerkennung durch Kirche und Staat bemüht war. Im Jahr 1859 erkannte der Breslauer Bischof Heinrich Förster die Gemeinschaft als kirchliche Vereinigung an, und 1865 genehmigte er ihre Satzung. Maria Merkert wurde zur ersten Generaloberin gewählt. In der Folgezeit erhielt die Gemeinschaft schließlich im Jahr 1887 die endgültige päpstliche Anerkennung.

Nach Jahren intensiver Arbeit verstarb Maria Merkert im Jahr 1872 und hinterließ die Gemeinschaft stabilisiert. Ihr Engagement trug dazu bei, dass etwa 90 Klosterhäuser gegründet und fast 500 Schwestern auf das Ordensleben vorbereitet wurden. Das Mutterhaus, das durch die Anstrengungen der seligen Maria Luise Merkert errichtet wurde, wurde zum zentralen Ort der Gemeinschaft.

Andrea Polański

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