Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Dunkle Kapitel

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Das Schloss Lähn (Wleń) hat eine lange und wechselhafte Geschichte. Es erlebte viele verschiedene Eigentümer. Seine Geschichte hat auch etliche dunkle Kapitel. Doch heute, dank eines privaten Investors, erlebt das Schloss wieder seine Glanzzeit.

Das Schloss in Lähn wurde von der Familie Zedlitz im 16. Jahrhundert gebaut, die in dieser Region bereits im Mittelalter ansässig waren. Im Jahr 1741 hatte der preußische Rittmeister Jakbo Held d’Arle das Schloss gekauft und es im Stil des französischen Barocks umbauen lassen. Er legte auch den Garten um das Schloss herum an. 1894 kam das Anwesen in den Besitz von Wilhelm Rohrbeck. Rohrbeck war ein Multimillionär, der sein Anwesen in Tempelhof bei Berlin für eine astronomische Summer verkaufte. Er war auch Mitglied der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft und darum bemüht, den Schlosspark auf Vordermann zu bringen. Er brachte exotische Bäume und Sträucher nach Lähn. Auch das Schloss selbst hat er renovieren lassen. Seine einzige Erbin war seine Tochter Dorothea Rohrbeck, die am 14. Februar 1921 zusammen mit ihrer Cousine Ursula erschossen wurde. Der Hauptverdächtige: ihr Onkel Peter Gruben, den sich heiraten sollte, aber nicht wollte. Verurteilt zum Tod nahm Gruben sich im Gefängnis das Leben. Zweifel an seiner Schuld blieben.

Das Schloss in Lähn wurde von der Familie Zedlitz im 16. Jahrhundert gebaut.
Foto: Irena Goderska

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Schloss von sowjetischen Soldaten geplündert. Umsiedler aus den früheren polnischen Ostgebieten zogen in das Schloss ein. In den 1970er-Jahren wurde das Schloss zu einem Erholungszentrum. Erst 2004 wurde es von einem privaten Investor aus Danzig gekauft und renoviert.

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