Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Ein Wochenende des Wiedersehens

Die Akademische Verbindung AV Salia-Silesia Gleiwitz zu Oppeln im CV feierte kürzlich ihr 32. Stiftungsfest. Gegründet im April 1992 in Zawada bei Gleiwitz, knüpft sie an die Traditionen des katholischen Verbindungswesens in Schlesien vor der Vertreibung an. Sie ist die älteste deutsche Studentenverbindung in Schlesien. Glauben, Wissenschaft, Freundschaft sowie Heimat- und Vaterlandsverbundenheit sind es, was die Verbindungsmitglieder eint. Diese Werte prägen die gemeinsamen Aktivitäten, Ziele und Vorhaben seit mehr als drei Dekaden.

Das Stiftungsfest ist für die Mitglieder der Verbindung immer ein besonderes Ereignis, denn es ist das eine Wochenende im Jahr, an dem sich viele nach langer Zeit wiedersehen. In der AV Salia-Silesia gibt es zwei Gruppen: die Aktiven, die noch Studierende sind und sich an den regelmäßigen Veranstaltungen, die im Semesterprogramm stehen, beteiligen, und die Alten Herren, die schon mit dem Studium fertig sind, Familien gegründet haben, arbeiten oder sogar ins Ausland gezogen sind. Beim Stiftungsfest kommen alle wieder zusammen. Auch die Gründerväter der Verbindung ließen sich die Begegnung mit alten und neuen Kollegen nicht entgehen.

Die Mitglieder der AV Salia-Silesia mit Festredner Hartmut Koschyk.
Fotos: AV Salia-Silesia

Das Wochenende begann am Freitag mit dem Begrüßungsabend und gemeinsamem Grillen am Verbindungshaus in Oppeln. Hier hatten die Mitglieder die Gelegenheit, sich bei Klaviermusik in lockerer Atmosphäre auszutauschen, alte Freundschaften aufzufrischen und neue Kontakte zu knüpfen. Der Samstag war dann vollgepackt mit einem abwechslungsreichen Programm.

„Wir haben uns in Groß Stein im Pilgerheim, der Alwernia, getroffen, wo wir unsere Convente und Sitzungen hatten“, erklärt Senior Robert Piosek. „Es sind sozusagen organisatorische Veranstaltungen, an denen nur die Mitglieder der Salia-Silesia teilnehmen können. Dort sprechen wir über wichtige Dinge, die mit der Verbindung verbunden sind und berichten über das vergangene Jahr.“

Der wichtigste Punkt des Tages war der Festkommers. Es kamen nicht nur die Verbindungsmitglieder mit deren Partnerinnen und Familien zusammen, sondern auch geladene Gäste, Mitglieder anderer Studentenverbindungen aus Deutschland und Vertreter anderer Organisationen.

„Um den festlichen Rahmen eines Stiftungsfestes zu unterstreichen, gibt es auf dem Festkommers immer eine Festrede zu einem interessanten Thema“, erläutert Senior Piosek. „Diesmal war es Herr Hartmut Koschyk von der Stiftung Verbundenheit mit den Deutschen im Ausland, der die Festrede hielt. Er thematisierte die transnationale Bestimmung Schlesiens als europäische Begegnungsregion, in der Menschen unterschiedlicher Nationalitäten und Glaubensüberzeugungen friedlich zusammenleben. Herr Koschyk hob die Ideale ‚Religio – Scientia – Amicitia – Patria‘ hervor, die angesichts der aktuellen politischen und zivilgesellschaftlichen Herausforderungen in Europa von Bedeutung sind. Ein euroregionales schlesisches Bewusstsein könne zur Verständigung und Heilung historischer Verletzungen aus der Zeit des Nationalsozialismus und Kommunismus beitragen.“

Das Stiftungsfest ist für die Mitglieder der Verbindung immer ein besonderes Ereignis.

Der Festkommers ist auch der Anlass, bei dem neue Mitglieder in die Studentenverbindung aufgenommen werden. In diesem Jahr haben ein Ökonomiestudent aus Ratibor und ein Diplom-Ingenieur für Bergbau und Geologie aus Königshütte die Fuchsenbänder erhalten, wodurch sie zu Mitgliedern auf Probezeit der AV Salia-Silesia Gleiwitz zu Oppeln im CV geworden sind. Zwischen den festen Programmpunkten des Abends wurden noch gemeinsam Studentenlieder gesungen und es fanden Colloquien statt, bei denen die Stiftungsfestteilnehmer beim Kaltgetränk aus Hopfen und Malz interessante Gespräche führten.

Die Idee einer Verbindung ist, den Mitgliedern eine geistige Heimat zu geben, wo man schlesische Akademiker trifft, die ähnliche Wertevorstellungen haben und die schlesische und deutsche Sprache pflegen. Durch diverse Veranstaltungen während des Semesters vertiefen die Männer ihre Interessen durch Studienfahrten, Konferenzen, Vorträge und Debatten. Alles immer zusammen – denn die Gemeinschaft macht die Akademische Verbindung aus.

Andrea Polański

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