Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Eine romantische Erinnerung

Das Massiv des Zobtenberges ist das Modellbeispiel dafür, wofür das Sudetenvorland ohnehin bekannt ist. Auf jedem Schritt kann man hier etwas Interessantes erforschen, wofür mehrere Besuche nötig sind.

Unsere Wanderung beginnt diesmal im Stadtzentrum von Zobten (Sobótka). Die Stadt ist problemlos mit Bus oder Auto zu erreichen, was aus Breslau (Wrocław) zwischen 40 und 60 Minuten in Anspruch nehmen sollte. Seit zwei Jahren ist auch die Anreise mit dem Zug wieder möglich, da die historische Bahnlinie von Breslau nach Schwiednitz (Świdnica) wieder in Betrieb genommen wurde. Mehrere Parkmöglichkeiten bestehen am Ring sowie in der unmittelbaren Umgebung des Kommunalfriedhofs. Beide Standorte sind nur wenige Minuten voneinander entfernt.

Die spätgotische Annakirche gehört zu den ältesten Sehenswürdigkeiten in Zobten.
Foto: Łukasz Malkusz

Zwischen Altertum und Neuzeit

Das historische Stadtzentrum bietet gleich mehrere Sehenswürdigkeiten, die einen Blick wert sind. Dabei sind neben der Architektur, die hauptsächlich aus der Neuzeit stammt, immer wieder Erinnerungen an die altertümlichen Wurzeln der Umgebung zu entdecken. So befindet sich neben der spätgotischen Annakirche, die größtenteils im Jahre 1500 errichtet wurde, die Granitskulptur „Pilz“, die wahrscheinlich um das 5. Jahrhundert entstand. Am Ring stehen das Rathaus aus dem 19. Jahrhundert und die Jakobskirche aus dem Jahre 1739. Dawischen befinden sich ein Modell der Stadt und eine Miniatur des Zobtenbergmassivs. Steinbänke erinnern an historische Kultfiguren, von denen mehrere in der Umgebung gefunden wurden. Sehenswert ist unter anderem auch das alte Ordenshaus aus dem Jahre 1568, in dem sich heute das Zobtenberger Museum befindet. Wie in vielen historischen Städten ist es empfehlenswert, dem Ort ein bisschen Zeit zu widmen, um auf eigene Faust die Gassen zu erforschen.

Rund um den Engelsberg

Aus der Stadtmitte führt uns der blaue Wanderweg heraus. Diesem folgen wir jedoch nur zehn Minuten, bevor wir nach links abbiegen und der gelben Route folgen. Innerhalb einer halben Stunde verlassen wir den Ort und betreten die Wälder auf den Hängen des Engelbergs. Es handelt sich um einen der kleineren Gipfel des Massivs. In der Vergangenheit wurden hier Teile eines Kultwalls entdeckt, jedoch nie ausreichend untersucht und datiert. Mit 318 Metern bietet die mit Bäumen bewachsene Spitze keine Aussichten. Dafür spazieren wir am ihren Osthang über eine Wiese, die uns einen Blick hinein nach Zobten werfen lässt.

Nach einer weiteren halben Stunde kommen wir in die Nähe des Blücherbruchs. Um ihn zu erreichen, müssen wir den Wanderweg kurz verlassen und einen Abstecher nach rechts machen, der Weg ist dabei gut markiert. Im 19. Jahrhundert entstand hier ein Steinbruch, in dem Granit gefördert wurde. Nachdem er außer Betrieb gesetzt wurde, richtete man ein Amphitheater ein. 1926 wurde der Zobtener Theaterverein gegründet, der im sogenannten Waldtheater regelmäßig Stücke aufführte. Die Bühne wurde jedoch in den Sechzigern aufgegeben und mit der Zeit durch die Vegetation bedeckt. Heute ist diese Ecke nur eine romantische Erinnerung an vergangene Zeiten.

 

Fortsetzung folgt
Łukasz Malkusz

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