Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Englisch ist Muss, Deutsch ist Plus

Das II. Lyzeum in Oppeln feiert gleich doppelt: zum einen das 30-jährige Bestehen der zweisprachigen Klasse mit Deutsch als Fremdsprache, zum zweiten wird seit 25 Jahren dort das Sprachzertifikat DSD II vergeben.

Für Vizemarschallin Zuzanna Donath-Kasiura (Deutsche Minderheit) sei es von großer Bedeutung, dass die Jugendlichen Deutsch nicht nur auf kommunikativem Niveau beherrschen.
Foto: S. Waindok-Wacław

Für ein DSD II-Zertifikat müssen die Schüler eine mündliche Präsentation sowie einen schriftlichen Test bestehen. Das Zertifikat ermöglicht den Absolventen unter anderem, an jeder Hochschule in Deutschland studieren zu dürfen.

Die Schüler der zweisprachigen Klassen würden meist zwei Fächer auf Deutsch wählen, „das sind oft Geografie und Geschichte, wobei es sich um Weltgeschichte und nicht um die polnische Geschichte handelt. Je nach Bedarf und personellen Möglichkeiten wird bei uns auch Deutsch in der Kommunikation unterrichtet, natürlich zusätzlich zum regulären Deutschunterricht”, so Schulleiterin Agnieszka Buganik-Pszczyńska.

Die Schülerinnen Magdalena Buczek und Oliwia Brandt haben kürzlich ihre DSD II-Zertifikate erhalten. Beide sind seit ihrer Kindheit mit der deutschen Sprache vertraut. „Seit meiner Kindheit nutze ich Deutsch sowohl in der Schule als auch zu Hause. Für mich ist dieses Zertifikat eine Bestätigung, dass ich wirklich gut Deutsch spreche. Sicherlich wird mir dieses Dokument auch in meiner beruflichen Karriere von Nutzen sein“, sagte Magdalena Buczek gegenüber Radio Oppeln (Radio Opole). Oliwia Brandt kam mit ihren Eltern aus Deutschland nach Oberschlesien zurück. Sie habe das Zertifikat gemacht, weil sie sich dadurch ebenfalls bessere Berufsaussichten erhoffe.

Pflanzt ihre Liebe zu Deutsch ihren Schülern ein: Dr. Sonia Waindok-Wacław, Deutschlehrerin im II. Lyzeum zu Oppeln.
Foto: SJ

Am 14. Juni feierten Schüler und Lehrer des II. Lyzeums das Doppeljubiläum. Ein angemessenes Fest sei wichtig, „um der jungen Generation bewusst zu machen, dass es nicht immer selbstverständlich war, Fremdsprachen – und überhaupt Deutsch – in der Öffentlichkeit zu sprechen. Es ist wichtig, an die Anfänge zu erinnern, an die Menschen zu denken, denen wir viel zu verdanken haben. Ohne die mutigen Visionäre wären wir heute nicht da, wo wir sind“, so die Lehrerin Dr. Sonia Waindok-Wacław und Absolventin des II. Lyzeums. Sie bedauere, dass es immer noch nicht populär sei, Deutsch zu lernen. Umso wichtiger sei es, den Jugendlichen die Möglichkeiten aufzuzeigen, „welche ihnen Deutsch eröffnet“, sagt sie. Den Spruch „Englisch ist Muss, Deutsch ist Plus!“ findet Dr. Waindok-Wacław passend für die Region. Sie sei in Oppeln in der Nachwendezeit als Deutsche in einer polnischen Umgebung aufgewachsen und wisse, wie schwierig es war, Deutsch außerhalb von Zuhause zu lernen.

Dr. Waindok-Wacław versichert, dass „wir Deutschlehrer uns immer um die Schüler bemühen werden und ihnen die Wichtigkeit von Deutsch, besonders in unserer Region, vermitteln“.

kan

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