Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Thursday, December 8, 2022

Entschieden gegen Nationalsozialismus

Der Widerstand gegen Hitler hatte seine regionalen Spezifika. Die unterschiedlichen Konzepte und Vorstellungen der Oppositionellen in Schlesien und im Sudetenland wurden bei der Kölner Widerstandstagung einmal mehr deutlich.

 

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Im Gespräch: Prof. Konrad Glombik (links im Bild) mit Dr. Mario Graf von Matuschka (Bonn)
Foto: Johannes Rasim

 

Unter dem Titel „Widerstand gegen den Nationalsozialismus in Schlesien und im Sudetenland“ fand am 15. und 16. Oktober in Köln eine internationale Fachtagung der „Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen“ statt. In den jeweiligen Referaten wurden einzelne Konzepte und Vorstellungen der Oppositionellen und der Persönlichkeiten des Widerstands für die „Zeit danach“ vorgestellt und dabei wurde auch die Frage nach dem Umgang mit diesem Widerstand beleuchtet. So sprachen u.a. Prof. Günter Brakelmann (Bochum) über „Widerstand in Niederschlesien – Hellmuth James Graf von Moltke und Peter Graf York von Wartenburg“ und Dr. Otfrid Pustejovsky (Waakirchen) zum Thema „Christlich, humanistisch und politisch motivierter Widerstand im Sudetenland“.

 

In seinem Referat über Widerstand in Oberschlesien fasste Prof. Konrad Glombik (Oppeln) zusammen: „Die breite Schicht der oberschlesischen Bevölkerung war katholisch geprägt und entschieden gegen Hitlers eingestellt – auch wenn sie es nicht immer so mutig zum Ausdruck gebracht hatte, wie Michael Graf von Matuschka oder Carl Ulitzka. Neben diesen beiden Persönlichkeiten waren es hauptsächlich Geistliche wie Josef Cebula aus Malnia, Dr. Anton Korczok aus Gleiwitz-Sosnitz oder Paweł Drozdek aus Kalet-Jendryssek, die entschieden gegen Nationalsozialismus öffentlich auftraten und ihr Leben opferten.“

 

In ihrem Vortrag „Ein ostoberschlesischer Politiker in Polen als Gegner des Nationalsozialismus – Eduard Pant“ sagte Dr. Pia Nordblom (Mainz): „Eduard Pant hat jede Menge persönliche Nachteile in Kauf genommen und für sein politisches und journalistisches Engagement einen hohen Preis bezahlt. Inhaltlich hat er den Nationalsozialismus wegen der Anmaßung einer Weltanschauung entschieden kritisiert. Er hat die christliche Religion als höchste Priorität all seiner Werte gesetzt und hat den Absolutheitsanspruch, mit dem der Nationalsozialismus den ganzen Menschen vereinnahmt hat, entschieden abgelehnt.“

 

Johannes Rasim

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