Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Saturday, February 4, 2023

Erfolg trotz der Krise

Mit Henryk Lakwa, dem Landrat von Oppeln, sprach Krzysztof Świerc

 

Erst die Corona-Pandemie, jetzt der Krieg in der Ukraine, die Wirtschafts- und Energiekrise. Vor 2020 konnte man sich kaum die Bedingungen vorstellen, unter denen die Selbstverwaltungen heute arbeiten müssen. Wie war das vergangene Jahr für den Kreis Oppeln?

Was die Schwierigkeiten der Selbstverwaltungen angeht, so waren die letzten Jahre in der Tat nicht einfach für uns. Die Einnahmen der Kommunen aus der Einkommens- und Körperschaftssteuer sinken, die Inflation steigt, die Energie- und Materialpreise schnellen in die Höhe und infolgedessen steigen die Kosten für Investitionen und Instandhaltung unserer Anlagen. Das vergangene Jahr war ein sehr schwieriges Jahr und ich freue mich, dass wir die geplanten Investitionen abschließen konnten.

 

Nennen Sie bitte die wichtigsten davon.

Wir haben am meisten in Straßenbauarbeiten investiert. Ich möchte hier nur die wichtigsten erwähnen, zunächst einmal die Verlängerung der ul. Opolska in Dometzko in der Gemeinde Comprachtschütz. Die Kosten beliefen sich auf fast 3 Mio. Złoty, wovon mehr als 2,1 Mio. Złoty aus dem Regierungsprogramm für lokale Investitionen kamen. Was das Ausmaß der Arbeiten anbelangt, so umfasste die umfangreiche Ausbesserung der ul. Opolska in Dometzko, die ein Teilstück der Kreisstraße ist, den Bau eines Abwassersystems, eines Gehwegs mit Ausfahrten sowie den Bau einer Fahrbahn nebst Randstreifen. Jetzt ist dieser Abschnitt viel sicherer! Dies ist sehr wichtig, da er sich in der Nähe einer Kirche, eines Kindergartens und einer Grundschule befindet. Ich möchte bei dieser Gelegenheit auch betonen, dass unser Kreis im Vergleich zu anderen Kreisen der Region eines der längsten Straßennetze in der Woiwodschaft Oppeln verwaltet, und zwar mehr als 540 km – so lang wie von hier bis zur Ostsee. Bei einem so umfangreichen Netz und unter Berücksichtigung der finanziellen Möglichkeiten unserer Kreisverwaltung ist es nicht möglich, alle anstehenden Investitionen in kurzer Zeit zu verwirklichen, auch wenn wir ganz systematisch Fördermittel für diesen Zweck beschaffen. Eine weitere große Investition in diesem Jahr ist der Umbau der Landstraße in Polnisch Neudorf auf eine Breite von 7 Metern, mit einer den Bedürfnissen angepassten Tragfähigkeit und teilweise mit einem Gehweg. Die Straße war schmal und stark beschädigt, sodass der Umbau notwendig und aufgrund des Umfangs der Arbeiten, der Länge, der Art und der Beschaffenheit der Straße auch teuer war. Das Projekt konnte bereits in diesem Jahr abgeschlossen werden, da wir gerade im Jahr 2022 staatliche Mittel für die gesamte Investition erhalten haben.

 

Der Bau einer Fußgänger- und Fahrradbrücke in Turawa, der dieses Jahr fortgesetzt wurde, war ebenfalls eine große Herausforderung.

Ja. Es handelt sich um eine Investition, die die Sicherheit an dieser Stelle verbessert, denn die Brücke über den Fluss Malapane ist für Fußgänger und Radfahrer nicht geeignet, weil der darüber verlaufende Gehweg sehr schmal ist. Die Trennung des Autoverkehrs von Fußgängern und Radfahrern war notwendig. Im vergangenen Jahr wurde außerdem ein Fußgänger- und Radweg mit Fahrbahnverbreiterung in der ul. Sokolnicka in Dambrau gebaut, in den wir 1,9 Millionen Złoty investiert haben. Wichtig ist, dass diese Investition die Sicherheit für Fußgänger und Fahrzeuge erheblich verbessert. Außerdem haben wir die zweite Phase des Umbaus der Kreisstraße in Guschwitz durchgeführt, die im Wesentlichen aus dem Bau eines Gehwegs und der Erneuerung des Belages der daneben verlaufenden Straßenbelags bestand. Auch ein Straßenrand und eine Beleuchtung wurden angelegt. Zur Erinnerung: Die erste Phase der Investition in Guschwitz war der Bau eines Gehwegs vom Bahnhof zur Feuerwache. Beide Phasen kosteten 1,2 Millionen Złoty, davon stammten fast 600.000 Złoty aus dem staatlichen Straßenentwicklungsfonds. Darüber hinaus haben wir 940.000 Złoty zu einer Straßeninvestition beigesteuert, die derzeit durchgeführt wird und an deren Kosten sich die Gemeinde Lugnian beteiligt. Die offizielle Einweihung dieser Straße wird bald stattfinden und es wird dann noch Gelegenheit geben, über die Einzelheiten dieser wichtigen Investition zu berichten.

 

Henryk Lakwa gewann die diesjährige Edition des Plebiszits zum Politiker der deutschen Minderheit.
Foto: Lucas Netter

 

Welche anderen Investitionen, abgesehen von Straßen, haben Sie in diesem Jahr getätigt?

Bevor ich diese Frage beantworte, möchte ich hinzufügen, dass unsere Kreisverwaltung ein Projekt zum Bau von Fußgänger- und Fahrradwegen in den Gemeinden unseres Kreises und in Löwen koordiniert hat, das ebenfalls in diesem Jahr durchgeführt wurde. Was andere Investitionen betrifft, so ist sicherlich die Sanierung des Parks am Schulkomplex in Tillowitz zu nennen, die wir in diesem Jahr fortgesetzt haben. Historische Gebäude, wie das Schloss, in dem sich das Schulinternat befindet, und der bereits erwähnte Park, sind einerseits eine Bereicherung, andererseits aber auch eine Belastung, wenn es um notwendige Sanierungen oder Renovierungen geht, da diese jeweils detaillierte Absprachen und oft höhere Kosten erfordern. Ich freue mich daher sehr, dass es uns gelungen ist, die Sanierung des Parks mit Mitteln der Europäischen Union maßgeblich zu unterstützen. In diesem Jahr wird es fast 1 Million Złoty kosten, wovon die Hälfte aus Mitteln des Operationellen Regionalprogramms für die Woiwodschaft Oppeln stammt. Im vergangenen Jahr wurden auch die notwendigen Investitionen im Bereich der Sozialhilfe getätigt. Ich spreche hier von Modernisierungen im Pflegeheim in Proskau wie dem Bau eines Parkplatzes für die Besucher der Bewohner der Einrichtung, aber auch im Hinblick auf das Personal. Die Modernisierung wurde auch durch Landschaftsgestaltung und vor allem durch den dringenden Austausch der Heizungsanlage durch eine ökologische Anlage ergänzt, was sich auf 1 Mio. Złoty belief. Eine große Herausforderung war auch der in diesem Jahr begonnene komplette Umbau des Kinderheims in Tarnau, durch den die Bedingungen für die Kinder verbessert werden sollen. Dazu gehören eigene Badezimmer an den Zimmern und nicht auf dem Flur sowie Zimmer, in denen sie ihre eigenen Mahlzeiten zubereiten können.

 

Es gibt eine ganze Reihe von Dingen, die erwähnenswert sind, doch aufgrund des knappen Platzes konnten wir hier nur die wichtigsten hervorheben.

Wie ich bereits zu Beginn des Jahres sagte, war es nicht leicht, dieses Budget unter den für die Kommunalfinanzen schwierigen Bedingungen umzusetzen. Und im nächsten Jahr wird es noch schwieriger werden. Mit den hohen Preisen, der Inflation und den steigenden Energiepreisen, die sich, wie ich bereits erwähnte, in höheren Kosten für den Unterhalt unserer Einrichtungen, vor allem der Schulen, und für Investitionen niederschlagen. Ich hoffe, dass wir mit dem, was wir eingeplant haben, unsere den Kreisen obliegenden Aufgaben relativ stabil erfüllen können.

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