Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Monday, December 5, 2022

Erinnertes Leben – Gelebte Erinnerung

Arno Surminski (rechts) im Gespräch mit Prälat Wolfgang Globisch
Arno Surminski (rechts) im Gespräch mit Prälat Wolfgang Globisch

Mit einer Autorenlesung und einer Diskussion mit Arno Surminski begann am 7. Oktober die Ausstellung „Erinnertes Leben – Gelebte Erinnerung. Arno Surminski zum 80. Geburtstag”. Für Arno Surminski war Oppeln eine neue Erfahrung.

„Es sind nicht nur seine Romane, sondern das ganze Leben Arno Surminskis verkörpert die Botschaft der Versöhnung zwischen den heutigen und den früheren Bewohnern Ostpreußens“, erklärte eingangs Dr. Martin Maurach, von der Schlesischen Universität in Troppau (Opava).

Arno Surminski wurde im ostpreußischen Jäglack (Jegławki) bei Drengfurth (Srokowo) geboren. Nach dem Einmarsch der Sowjetarmee wurden seine Eltern in die Sowjetunion deportiert, wo sie auch umkamen. In seinen stark autobiografisch geprägten Werken erleben wir Stellvertreterfiguren, denen wir als Leser beim Erinnern zuschauen können, wie beispielsweise in „Jokehnen oder Wie lange fährt man von Ostpreußen nach Deutschland?“ (1974), dem Erstlingsroman Surminskis. „Die Szene in einem Garten in Ostpreußen August 1945 war an meinem elften Geburtstag. Dieser Tag kam mir damals eher belanglos vor, aber aus der Reaktion der Leser sehe ich, dass es eine der eindringlichsten Szenen des ganzen Buches war“, sagte Surminski.

Nach dem Bild der Heimat gefragt, sagte der Autor, dass es natürlich das Bild der Kindheit in seinem Geburtsort Jäglack sei. „Ich bin seit anderthalb Jahren unterwegs als „Reisender in Ausstellungen“ und dies ist bereits die siebente Station. Das Wichtigste der Ausstellung ist, dass sie eine verbindende Funktion hat, deshalb ist sie auch zweisprachig. Damit ist die verbindende Funktion zwischen den Völkern unterstrichen. Ich habe an allen Orten gemerkt, dass wir zusammen gehören, dass wir über alles, was wir erlitten haben zusammen sprechen können. Und diesen Effekt sehe ich hier in Oppeln, das ich bisher nicht kannte, auch“, sagte Arno Surminski abschließend.

Johannes Rasim

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