Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Europeada 2024  

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Europeada ist die Fußball-Europameisterschaft für nationale und ethnische Minderheiten. Die Meisterschaft, an der jeweils mehr als 1.000 Spielerinnen und Spieler aus ganz Europa teilnehmen, findet in der Regel alle vier Jahre statt. Auch die deutsche Minderheit aus Polen, genauer gesagt aus Oberschlesien, ist mit dem FC DFK Oberschlesien dabei.

An Sportgeist und Aufopferung auf dem Fußballfeld fehlt es den Spielerinnen des FC DFK Oberschlesien nicht.
Foto: EUROPEADA/Lars Salomonsen

Diesmal findet der Wettbewerb im deutsch-dänischen Grenzgebiet statt. Aus Oberschlesien ist nicht nur die Herrenmannschaft zum zweiten Mal angereist, sondern auch erstmals eine Damenmannschaft. „Es ist jedes Mal anders, der Gastgeber hat immer eine große Herausforderung, denn es ist eine gewaltige Logistik mit den vielen Mannschaften und 14 Spielorten, dieses Jahr vier in Dänemark und zehn in Deutschland“, berichtet Martin Lippa, der wieder einmal die monatelange Aufgabe übernommen hat, die oberschlesischen Mannschaften und alles, was dazu gehört, zu organisieren: Vorbereitung des Antrags an das Bundesministerium des Innern und für Heimat, Dutzende von Förderanträgen, die Gewinnung von Sponsoren, die Organisation des Trainings, eines Reisebusses, die Beschaffung der großen Aufschrift auf dem Bus, der Wimpel und Outfits für die Mannschaften und viele andere Aspekte des Projekts. „Das Projekt ist für mich dieses Mal logistisch viel komplexer, da wir zum ersten Mal zwei Mannschaften haben“, gesteht Martin Lippa.

 

Auch ein Frauenteam

Zahlreiche Tore hat die Männermannschaft des FC DFK Oberschlesien bereits beim Turnier geschossen.
Foto: EUROPEADA/Laszlo MIHALY

„Es war nicht einfach. Das erste Training des Damenteams fand im März in Oberglogau statt. Von dieser Gruppe ist eine Dame mit zur Europeada gekommen, der Rest ist weggebrochen. Es gab viele Wechsel und Rotationen, aber wir haben es geschafft, das Team zusammenzustellen“, sagt Marin Lippa und fügt hinzu: „Die meisten Frauen kommen aus Hindenburg, aus der Mannschaft des KKS Górnik, aber es gibt auch Spielerinnen aus Kattowitz. Ich möchte erwähnen, dass sich absolut all unsere Spielerinnen und Spieler der deutschen Minderheit angeschlossen haben, entweder als Mitglieder oder Fördermitglieder. Dies war meine Bedingung für die Teilnahme an der Europeada, da es sich um eine Meisterschaft für nationale und ethnische Minderheiten handelt. Alle haben es ernst genommen, wir haben in letzter Zeit viele neue Mitgliedsausweise ausgestellt, mit so einer Resonanz habe ich nicht gerechnet“, freut sich Martin Lippa. „Als wir das Angebot erhielten, zur Europeada zu fahren, haben meine Spielerinnen sofort ihren Wunsch geäußert, daran teilzunehmen. Da blieb mir nichts anderes übrig, als zuzusagen“, lacht Barbara Żelichowska, die Trainerin des KKS Górnik Hindenburg, und ergänzt: „Die Reise ist auch eine Belohnung für die durchgearbeitete Saison. Die meisten Spielerinnen sind Sekundarschülerinnen und Studentinnen, sodass die Offenheit für andere Kulturen, das Kennenlernen der Welt und das Sprechen anderer Sprachen auf einem Niveau ist, dass sie diese Herausforderung gerne angenommen haben. Außerdem lieben sie den Fußball, was kann es Schöneres geben“, so die Trainerin abschließend.

Roksana Fross : „Ich habe mich nicht nur wegen des Sports für die Teilnahme an der Europeada entschieden, ich wollte auch neue Kulturen kennenlernen.“

 

Sportlicher Wettstreit

Kurz vor dem Spiel wird der Teamgeist bei der Männermannschaft der FC DFK Oberschlesien noch mal gefestigt.
Foto: EUROPEADA/Laszlo MIHALY

Sportsgeist ist bei der Europeada sehr wichtig. Sein erstes Spiel bestritt der FC DFK Oberschlesien am Sonntag, den 30. Juni. „Die erste Halbzeit unseres ersten Spiels war schwierig, wir haben um das Ergebnis gezittert. Wir gingen mit einem 1:0 in die Pause, nach der Pause gaben wir Vollgas und gewannen 5:0 gegen die Tschechen und Slowaken aus Rumänien. Ich habe den Eindruck, dass bei der Europeada vor zwei Jahren diese zweiten Spielhälften ebenfalls immer die besseren für uns waren. Unsere Mannschaft ist konditionell sehr gut vorbereitet, außerdem haben wir sehr gute Physiotherapeuten dabei, die sich hier vor Ort um die Form unserer Spieler kümmern. Das sind nicht nur Einheiten mit Dehnungsübungen, sondern auch Massagen, die jeder unserer Spieler und Spielerinnen bekommt. Und das ermöglicht uns, in den zweiten Halbzeiten der Spiele zu dominieren“, analysiert Martin Lippa. „Wir kämpfen auf dem Platz, unser sportliches Niveau ist höher als vor zwei Jahren in Österreich, wir wollen zumindest das Endergebnis von damals, also den dritten Platz bei der Europeada, halten“, sagte Rafał Wolniewicz, Abwehrspieler des FC DFK Oberschlesien, am 1. Juli kurz nach dem spektakulär mit 13:0 gewonnenen Spiel gegen die Roma-Minderheit aus Rumänien.

Kulturen kennen lernen

Die Europeada verfolgt das Ziel, nationale und ethnische Minderheiten zu integrieren, die Regionen, in denen nationale und ethnische Minderheiten leben, durch die Organisation von Turnieren in diesen Regionen bekannt zu machen und die Existenz der Minderheiten durch eine breite Medienberichterstattung über dieses Sportereignis der europäischen Öffentlichkeit zu vermitteln. Während der Europeada wird auch ein Kulturtag organisiert, an dem jede Mannschaft ihre Kultur vorstellt. Die Form des Kulturtages ist jedes Mal anders. Dieses Mal hat die Gruppe aus Schlesien einen Informationsstand über die deutsche Minderheit in Polen, regionale Trachten und Köstlichkeiten vorbereitet. Doch nicht nur an diesem Kulturtag werden diese Kulturen bekannt gemacht: „Neben unseren Spielen schauen wir uns gemeinsam mit der Herrenmannschaft die EM-Spiele an – und hier findet die größte Integration unter unseren Spielern aus Schlesien statt. Ich habe mich nicht nur wegen des Sports zur Teilnahme entschlossen, schließlich liegt unsere Fußballsaison schon einen Monat zurück. Das interessante Programm der Reise, das Kennenlernen neuer Kulturen, das Erleben dieses Abenteuers, das hat meine Entscheidung, an der Europeada teilzunehmen, ebenfalls beeinflusst“, verrät Roksana Fross, die regelmäßig für den KKS Górnik Hindenburg spielt.

 

Manuela Leibig

 


Die Föderalistische Union Europäischer Nationalitäten (FUEN) ist der größte Dachverband der autochthonen nationalen Minderheiten, Nationalitäten und Sprachgruppen in Europa. Die FUEN ist Gründerin und Koordinatorin des Turniers und organisiert die EUROPEADA gemeinsam mit den lokalen Veranstaltern. 

Die Europeada läuft noch bis zum 7. Juli. Alle Spiele werden live auf dem YouTube Kanal Europeada2024 gestreamt. Fotos, Berichte und Spielergebnisse erscheinen auf dem Facebook-Profil Europeada 2024 und auf europeida.eu


 

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