Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Fair Play

Bereits im April letzten Jahres begann Martin Lippa, der Vorsitzende des DFK Schlesien, mit den Vorbereitungen zu Europeada 2024, dem Fußballturnier für nationale und ethnische Minderheiten Europas. Das sportlich-kulturelle Ereignis wird alle vier Jahre durch die Föderalistische Union Europäischer Nationalitäten (FUEN) in verschiedenen Grenzregionen Europas organisiert. Dieses Jahr wurde sie vom 28. Juni bis zum 7. Juli in der deutsch-dänischen Grenzregion veranstaltet. Die deutsche Minderheit in Polen wurde durch die Mannschaft FC DFK Oberschlesien repräsentiert. 

„Ich bin einfach nur müde, aber auch sehr zufrieden“ sagt Martin Lippa am Sonntagnachmittag während der fast 1000 Kilometer-Busfahrt Richtung Heimat. „Auch wenn wir nicht die gewünschten Sportergebnisse erspielt haben, glaube ich, dass wir gute Spiele hatten und können sagen, dass wir absolut fair gespielt haben. Zudem hat es zum ersten Mal geklappt, eine Frauenmannschaft aufzustellen, das ist auch ein großer Erfolg finde ich. Hier war auch die ‚Fair Play Regel‘ sehr stark präsent, die eine gegnerische Mannschaft aus der Schweiz hatte nur 10 Spielerinnen, also hat unsere Mannschaft auch mit 10 Spielerinnen gespielt. Zwar haben sie das Spiel 1:0 verloren, aber fair“, so Martin Lippa. Er fügt hinzu: „Die Frauenmannschaft spielte ihr erstes Spiel gegen die Siegerinnen des ganzen Turniers, also die Südtirolerinnen, da haben unsere 10:0 verloren. Dabei haben die Südtirolerinnen im Finale 11:1 gewonnen, was davon zeugt, wie stark die Mannschaft aus Südtirol war. Ich glaube, das Niveau ist so, wie bei uns in Polen die Erste Liga“, urteilt der Vorsitzende des DFK Schlesien.

Das erste Mal bei der Europeada dabei: die Frauenmannschaft der deutschen Minderheit in Polen
Foto: EUROPEADA/Lars Salomonsen

„Die Mannschaft, mit der wir im Viertelfinale verloren haben, die Friûl, haben das ganze Turnier gewonnen. Als ich dem Manager der Mannschaft gratuliert habe, meinte er, wir waren ihre besten Gegner. Ich glaube, das sagt vieles über unsere Spielart“, freut sich Martin Lippa.

Erfahrungen

Die Frauenmannschaft hat keines ihrer Spiele gewonnen. Andżelika Czmok, die in der Mannschaft KKS Górnik Zabrze spielt, ist aber trotzdem zufrieden, mitgemacht zu haben: „Es ist eine wirklich tolle Initiative, ich kann jedem nur empfehlen mitzumachen. Das große Turnier war sehr gut organisiert. Außer dem sportlichen Teil war es für mich ein Erlebnis, die ethnischen und nationalen Minderheiten kennenzulernen. Und das nicht nur beim Tag der Kulturen am Mittwoch, wo jede Minderheit einen Stand vorbereitet hatte, den wir auch besucht haben, sondern auch in der Zwischenzeit. Wir haben sogar auch etwas Zeit gefunden, um ans Meer zu fahren“, so die Spielerin des FC DFK Oberschlesien.

Andżelika Czmok: „Es ist eine wirklich tolle Initiative, ich kann jedem nur empfehlen mitzumachen.“

Die Männermannschaft erspielte bei der Europeada den sechsten Platz. „Unsere Einstellung war natürlich aufs Gewinnen ausgerichtet, es hat aber trotz vieler Trainings nicht geklappt. Nichtsdestotrotz ist jeder von uns Spielern zufrieden, dabei gewesen zu sein. Ich spiele Fußball seit dem 9. Lebensjahr, also seit 24 Jahren, habe schon viele verlorene und gewonnene Spiele hinter mir, mit der Europeada 2024 bin ich um viele Erfahrungen reicher geworden. Beeindruckt hat mich die Sorbische Mannschaft, die sehr geeint zu sein schien. Auch Südtirol hat mich beeindruckt, die Mannschaften wurden von ihren Landsleuten vor Ort bejubelt“, so Robert Wolniewicz, der bereits zum zweiten Mal die deutsche Minderheit aus Polen bei der Europeada repräsentiert hat. 

Nächstes Mal

Am Sonntag ging es für die Mannschaften nach Hause. In dem großen Bus mit der Aufschrift FC DFK Oberschlesien haben ihnen auf den Raststätten viele Menschen zugewunken und die Spieler angesprochen. „Ich organisiere dieses Projekt bereits zum dritten Mal, und jedes Mal sage ich, dass es das letzte Mal ist“, lacht Martin Lippa. „Ich glaube, in vier Jahren müsste wieder frischer Wind in die Sache, also ein neuer Koordinator, den ich sehr gerne mit meinen Erfahrungen in diesem Projekt unterstützen möchte. Zudem glaube ich, dass in vier Jahren die ersten Absolventen der Miro Deutschen Fußballschule bereits in dem Alter sein werden, um unsere Mannschaft für die Europeada zu organisieren. Ich bin fest davon überzeugt, dass das Fußballprojekt der Deutschen Minderheit, das nächstes Jahr sein 10-jähriges Jubiläum feiern wird, eben solche Früchte tragen kann“, resümiert Martin Lippa.

 

Weitere Fotos hier: https://www.facebook.com/share/p/tZSvNTtwoF1Z19yJ/

 

Manuela Leibig

Kontakt: manuelaleibig@wochenblatt.pl

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