Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Familienbesitz kehrt zur Familie zurück

Das Schloss Wernersdorf (Pakoszów) gehört zu den bekanntesten Schlössern im Hirschberger Tal und ist eines der wenigen, das zu seinen ursprünglichen Besitzern zurückgekehrt ist. Hagen Hartmann, der Enkel der letzten Bewohner, hat den ehemaligen Familiensitz gekauft und renovieren lassen.

Ursprünglich gehörte das Schloss den Grafen Schaffgotsch. 1725 wurde es auf Antrag des Hirschberger Bürgermeisters Johann Martin Gottfried im barocken Stil umgebaut. Die nachfolgenden Besitzer waren Georg Friedrich Smith (1703–1757) und ab 1771 Heinrich Hess (1745–1802). Hess war Kaufmann und Direktor der Zuckerfabrik in Hirschberg. Abgeleitet von seinem Nachnamen wurde das Schloss später meist als „Hess´sche Bleiche“ bezeichnet, weil es neben seiner Wohnsitzfunktion auch als Leinenbleiche genutzt wurde. Das Leinen wurde im Erdgeschoss des Schlosses in Bottichen eingeweicht, danach gespült und anschließend auf der Wiese getrocknet. Das Wasser, das für diesen Prozess notwendig war, wurde aus dem in den Nähe fließendem Fluss Zacken (heute Kamienna) geschöpft. 1856 wurde das Leinenbleichen eingestellt.

Die letzten Bewohner waren Margarethe Drewes, geb. Hess und ihr Ehemann Pastor Hans Drewes, Großeltern des heutigen Besitzers.
Foto: Anna Durecka

In der Zeit, in der Heinrich und Erdmuthe Hess Eigentümer des Schlosses waren, war es ein kulturelles und intellektuelles Zentrum und ein Ort, an dem sich Künstler und Poltiker trafen. Bereits davor hatte der preußische König Friedrich II. in den Jahren 1759, 1777 und 1785 Schloss Wernersdorf  besucht. Auch im Hirschberger Stadthaus der Familie Hess verweilte der preußische Regent. Ebenso gastierten auf Schloss Wernersdorf der Dichter Friedrich Gottlieb Klopstock, der Riesengebirgsmaler Sebastian Carl Christoph Reinhardt und John Quincy Adams, der später Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika wurde.

In der Zeit, in der Heinrich und Erdmuthe Hess Eigentümer des Schlosses waren, war es ein kulturelles und intellektuelles Zentrum.

Die weiteren Jahrzehnte verblieb das Schloss im Besitz der Familie Hess. Die letzten Bewohner waren Margarethe Drewes, geb. Hess und ihr Ehemann Pastor Hans Drewes. Der neue Besitzer Hagen Hartmann, dessen Mutter auf Schloss Wernersdorf zu Welt kam,  hat es renovieren und zu einem Hotel umbauen lassen. Das Schloss wird nun auch für kulturelle Zwecke genutzt und der Öffentlichkeit zugängig gemacht.

Anna Durecka

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