Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Thursday, December 8, 2022

Franz Goretzki war 30 Jahre Bürgermeister

Eigentlich wissen wir kaum etwas Persönliches über ihn. Nicht mal eine Fotografie von Franz Goretzki ist bis in die heutige Zeit erhalten geblieben. Dabei war er 30 Jahre lang Bürgermeister der Stadt Oppeln. Es war die längste Amtszeit auf diesem Posten in der Geschichte der Stadt. Daraus kann man also schließen, dass Franz Goretzki in seinem Job ziemlich erfolgreich war.

 

Er wurde am 7. Februar 1807 in Gleiwitz geboren. Später studierte er Jura an der Universität Breslau. Im Jahr 1829 wurde Franz Goretzki Assessor und anschließend Referendar am Gericht in Oppeln. 1841 trat er das Amt des Oppelner Bürgermeisters an. Sein wohl größtes Verdienst als Bürgermeister war die ständige Weiterentwicklung, die die Stadt während seiner 30-jährigen Amtszeit erlebt hat. Unter anderem erhielt Oppeln eine neue Brücke, die Jahrhundertbrücke, die im Jahr 1842 feierlich eingeweiht wurde. Das erste Zementwerk, dem bald ein zweites folgte, wurde 1857 in der Stadt gegründet. Ebenso wurde während Goretzkis Amtszeit auch der Ratshausturm umgebaut.
Als Bürgermeister war Franz Goretzki darum bemüht, das Leben der Oppelner zu verbessern. Vielleicht war das sein Schlüssel zum Erfolg? Oppeln war zu seiner Zeit auch eine gute Stadt zum Leben. 58 Restaurants, sieben Hotels und Gasthäuser, moderne Gasbeleuchtung sowie Bürgersteige an allen (!) Hauptstraßen. In Oppeln wirkte auch ein Verschönerungsverein mit Bürgermeister Goretzki als Mitglied. Zu den Aufgaben des Vereins gehörte zum Beispiel die Planung von Grünflächen und die Pflanzung von Bäumen.

 

Przebudowa wieży ratuszowej w latach 1863–64 miała miejsce za kadencji Goretzkiego. Zdjęcie burmistrza się nie zachowało.
Foto: www.cmentarzopole.pl

 

Als einer der verdienstvollen Oppelner wurde Franz Goretzki 1872 auf dem Friedhof in der heutigen Wrocławska-Straße beerdigt. An dem Begräbnis nahmen angeblich Hunderte von Oppelnern teil. Der imposante Grabstein, vom „Hof-Steinmetz-Meister“ G. Bungenstab aus Breslau angefertigt, ist leider nicht erhalten geblieben. Die heutige ul. Dzierżona trug zu seinen Ehren den Namen Goretzkistraße.

 

Anna Durecka

 

 

Die Veröffentlichung „Superhelden_innen Schlesiens“ wurde vom Haus der Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit herausgegeben und aus Mitteln des Goethe-Instituts Krakau finanziert. Man kann sie kostenlos unter www.haus.pl runterladen.

 

 

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