Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Geschichte zum Nachlesen

Ein Beispiel für das Besinnen auf die gemeinsame deutsch-polnische Geschichte findet sich seit Neuestem in Bienowitz. Dort wurden nämlich die lange Geschichte des Ortes – von den Anfängen bis heute, einschließlich der 700 Jahre deutscher Geschichte – und die historische Bedeutung, die die Umgebung alleine durch vier berühmte Katzbach-Schlachten erhält, auf Schautafeln gedruckt und an zentralen Orten aufgestellt.

Damit können sich Einheimische wie Besucher in die Bienowitzer Vergangenheit einlesen und sich selbst ein Bild machen von der wechselvollen Vergangenheit des Liegnitzer Raumes.

Die Geschichte von Bienowitz wurde auf Schautafeln gedruckt und an zentralen Orten aufgestellt.
Quelle: Beata Bąkowska

Bereits 2019 war es in Bienowitz‘ Nachbarort Pohlschildern, der historisch zum Kirchspiel Bienowitz gehörte, zu einer für alle Beteiligten berührenden deutsch-polnischen Begegnung gekommen, als auf dem dortigen Friedhof ein Gedenkstein für die dort bestatteten deutschen Bewohner eingeweiht worden war. Zwar verhinderte die Corona-Pandemie einen weiteren Besuch, der für 2020 vorgesehen war, doch die Pohlschilderner setzten trotzdem um, was für diesen Besuch geplant war: Sie gaben dem alten Pohlschilderner Kriegerdenkmal, das lange Jahre unbeachtet in einem Gebüsch lag, ebenfalls einen würdigen Platz auf dem Pohlschilderner Friedhof.

Es sind diese kleinen Gesten, die die jetzt lebenden Generationen zusammenführen und eine gemeinsame Aufarbeitung der Vergangenheit ermöglichen.

Es sind diese kleinen Gesten, die die jetzt lebenden Generationen zusammenführen und eine gemeinsame Aufarbeitung der Vergangenheit ermöglichen. Nichts anderes als guten Willen braucht es, um eine gemeinsame Erinnerungskultur zu entwickeln, die beiden Seiten gerecht wird. Dies zeigt auch die aktuelle Initiative in Bienowitz, die die Geschichte des Ortes in seiner Gesamtheit darstellt und anerkennt, dass ein Teil dieser Geschichte eben auch deutsch ist und dass gerade im 18. und 19. Jahrhundert insbesondere deutsche Pastoren das Gemeindeleben maßgeblich geprägt haben. Dies deutlich zu machen, ohne die neuere Geschichte ihrer Realität zu berauben, ist auch das Ziel weiterer Projekte, die bereits in Vorbereitung sind.

Dr. Clarissa Höschel

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