Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Thursday, December 1, 2022

Gold ist das Ziel!

Am 23. November bestreitet die deutsche Fußballnationalmannschaft ihr erstes Spiel bei der Weltmeisterschaft in Katar. Gegner der Schützlinge von Hansi Flick ist Japan. Vier Tage später, am 27. November, trifft der vierfache Weltmeister auf Spanien und am 1. Dezember, zum Abschied von der Gruppenphase, auf Costa Rica. Wir hoffen, dass Deutschland mit einem bereits gesicherten Einzug in die nächste Turnierphase in sein letztes Spiel der Gruppe E gehen wird, sodass die einzige Unbekannte dann nur ist, ob dies vom ersten oder zweiten Tabellenplatz aus geschieht. Der gefährlichste Gruppengegner für die Mannschaft ist zweifelsohne Spanien – der Weltmeister von 2010 und einer der Hauptanwärter auf den Titel in Katar.

 

Allerdings haben die japanische und die costa-ricanische Mannschaft in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht und werden für unser Team sicherlich nicht leicht zu schlagen sein. Ein Team, dessen Ziel die Goldmedaille ist, und wenn ich mir die Mannschaft ansehe, habe ich keinen Zweifel – das Potenzial ist enorm. Auch die Geschichte spricht für die Deutschen. Immerhin sind sie viermaliger Weltmeister: 1954, 1974, 1990 und 2014. Besser als die Deutschen ist in dieser Hinsicht nur Brasilien mit seinen fünf Titeln. Bei der Zahl der zweiten Plätze allerdings ist die deutsche Mannschaft die beste, denn sie hat vier Mal eine WM-Silbermedaille geholt: 1966, 1982, 1986 und 2002. In dieser Wertung liegen an zweiter Stelle Argentinien und die Niederlande mit jeweils drei Silbermedaillen. Auf der dritten Stufe des WM-Podests haben sich die Deutschen drei Mal gemeldet – 1970, 2006 und 2010 – und sind auch hier die Besten, ebenso wie in der WM-Gesamtmedaillenwertung mit insgesamt elf Medaillen. Außerdem haben sie 1958 einmal den vierten Platz belegt. Interessanterweise sind die Deutschen in der Medaillenwertung sogar besser als Brasilien, das an allen 21 gespielten Weltmeisterschaften teilgenommen hat, gegenüber 19 Deutschen. Bemerkenswert ist auch die Tatsache, dass Deutschland die einzige europäische Mannschaft ist, die auf dem amerikanischen Kontinent den Titel gewonnen hat. Und zwar im Jahr 2014, wo sie unter anderem (im Halbfinale) die Brasilianer mit 7:1 besiegte! Wie Sie sehen, deutet die Geschichte darauf hin, dass die Deutschen auch dieses Mal im Rennen um die höchste Auszeichnung stehen werden, auch wenn das letzte Turnier für sie nicht erfolgreich war. Damals wurde die deutsche Mannschaft aber noch von Joachim Löw betreut, der nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft 2014 die sogenannte Trainernase verlor.

 

 

Es wird schon gut gehen

„Jogi“ begann danach, einen Fehler nach dem anderen zu machen, und es war klar, dass er als Auswahltrainer ausgebrannt war. Außerdem verlor er bei den Spielern an Autorität, da half sogar die Tatsache, dass Deutschland eine Turniermannschaft ist, nichts. In Katar dürfte das anders sein, denn zum Auswahltrainer ist inzwischen Hansi Flick geworden. Das gibt den Fans der deutschen Nationalmannschaft die Zuversicht, dass diese wieder so gut abschneiden wird wie 2014, als sie zum letzten Mal in ihrer Geschichte die Weltmeisterschaft errang. Hinzu kommt, dass Hansi Flick damals Assistent des Ex-Bundestrainers Joachim Löw war. Neben seiner Erfahrung im Vereinsfußball (Bayern München) weiß Hansi Flick also auch, wie man mit einer Nationalmannschaft umgeht und wie man das Team physisch und mental auf ein so schwieriges Turnier wie die Weltmeisterschaft vorbereitet. Und was dieser Trainer mit einer Mannschaft anstellen kann, hat er bei Bayern München perfekt bewiesen, wo er etwas erreicht hat, was kein Trainer des bayerischen Klubs zuvor oder danach geschafft hat. Und es waren ja praktisch lauter herausragende Persönlichkeiten, darunter Franz Beckenbauer, Pep Guardiola, Jupp Heynckes, Ottmar Hitzfeld, Otto Rehhagel, Jürgen Klinsmann, Giovanni Trapattoni, Carlo Ancelotti (aktueller Trainer von Real Madrid) und Louis van Gaal (aktueller Trainer der niederländischen Nationalmannschaft). Die Rede ist davon, dass Bayern München unter Hansi Flick in nur einer Saison (2019/2020) alle gewinnbaren Trophäen in Deutschland, Europa und der Welt gewonnen hat! Und zwar die deutsche Meisterschaft, den DFB-Pokal, den DFL-Supercup, die Champions League, den UEFA-Supercup und die Klub-Weltmeisterschaft! Bemerkenswert ist auch, dass die deutsche Nationalmannschaft nach seiner Amtsübernahme wieder Selbstvertrauen gewonnen hat und vor allem zu gewinnen begann, was die Statistik deutlich zeigt. In den 16 von Hansi Flick geleiteten Spielen, darunter WM-Qualifikationsspiele, Nations League und Freundschaftsspiele, haben die Deutschen zehnmal gewonnen, fünfmal unentschieden gespielt und einmal verloren, und zwar überraschend zu Hause gegen Ungarn. In der Zwischenzeit konnten sie jedoch Italien mit 5:2 besiegen, ein Unentschieden gegen Italien und zwei Unentschieden gegen England und die Niederlande, alles Fußballriesen, erreichen, wobei sie in diesen Partien die bessere Mannschaft waren. Dies ist ein gutes Zeichen für Spiele um den höchsten Einsatz, wie die bevorstehenden WM-Begegnungen ja auch sind.

 

Bundestrainer Hansi Flick Foto: Steffen Prößdorf

 

Deutschlands WM-Kader!

Der einzige kleine Wermutstropfen ist, dass Bundestrainer Hansi Flick nicht alle Spieler aufbieten kann, die er für das Turnier in Katar aufstellen wollte. Timo Werner, Florian Wirtz, Marco Reus und Lukas Nmecha mussten verletzungsbedingt ausfallen. Das Fehlen der beiden Erstgenannten ist sehr bedauerlich, da es sich um hervorragende Spieler handelt. Was Marco Reus anbelangt, so ist es quasi bereits Tradition: Er verletzt sich immer vor Welt- oder Europameisterschaften oder sogar vor Freundschaftsspielen der deutschen Nationalmannschaft. Pech, Zufall oder doch mehr…? Außerdem entschied Hansi Flick, den Weltmeister von 2014 Mats Hummels, Robin Gosens, Bernd Leno, Julian Draxler, Marcel Halstenberg und einige andere nicht mit nach Katar zu nehmen. Unerwartet kehrte jedoch Mario Götze – Torschütze des deutschen Siegtreffers im WM-Finale 2014 gegen Argentinien – nach mehreren Jahren in die Nationalmannschaft zurück. „Götzinho“ hat freilich zu einer sehr guten Form zurückgefunden, die er in den Spielen von Eintracht Frankfurt in der 1.Bundesliga und in der Champions League gezeigt hat. Daher ist diese Wahl absolut verständlich, bravo.

 

 

Auch zur Verpflichtung von Niclas Füllkrug, der eine sehr gute Hinrunde in der 1.Bundesliga hinter sich hat, kann man nur applaudieren. Mit einer Spielweise, die an Miroslav Klose erinnert, ist er ebenfalls sehr effektiv. Womöglich noch nicht so wie der unvergessliche „Miro“, aber vielleicht wird seine Form ja bei der WM explodieren. Und hier der komplette Kader Deutschlands für die Weltmeisterschaft in Katar: Torhüter: Manuel Neuer (Bayern München), Marc-André ter Stegen (FC Barcelona), Kevin Trapp (Eintracht Frankfurt). Verteidiger: Armel Bella-Kotchap (FC Southampton), Matthias Ginter und Christian Günter (beide SC Freiburg), Thilo Kehrer (West Ham United), Lukas Klostermann und David Raum (beide RB Leipzig), Antonio Rüdiger (Real Madrid), Niklas Süle und Nico Schlotterbeck (beide Borussia Dortmund). Mittelfeld: Julian Brandt und Karim Adeyemi (beide Borussia Dortmund), Leon Goretzka, Joshua Kimmich, Jamal Musiala, Serge Gnabry, Leroy Sané, Thomas Müller (alle Bayern München), Ilkay Gündogan (Manchester City), Jonas Hofmann (Borussia Mönchengladbach), Mario Götze (Eintracht Frankfurt). Stürmer: Kai Havertz (FC Chelsea London), Niclas Füllkrug (Werder Bremen), Youssoufa Moukoko (Borussia Dortmund).

Krzysztof Świerc

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