Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Saturday, February 4, 2023

Harte Arbeit = Erfolg

Mit Zuzanna Donath-Kasiura, Vizemarschallin der Woiwodschaft Oppeln, sprach Krzysztof Świerc

 

Wie war das vergangene Jahr für das Marschallamt der Woiwodschaft Oppeln?

Es war ein Jahr mit sehr intensiver Arbeit. Es wurden Dutzende von Projekten durchgeführt, darunter viele Investitionen in Krankenhäuser in der gesamten Woiwodschaft. Dazu gehörten die Renovierung des vermutlich jedem Lehrer bekannten Fortbildungszentrums Niewke sowie sehr wichtige Projekte im Bereich der Sozialpolitik, wie das gemeinsam mit der SKGD durchgeführte Projekt „Der Oppelner Senior“. Dies war auch das dritte Jahr unserer Dorfförderung, bei der jedes Dorf über einen Zeitraum von drei Jahren einen Zuschuss von 5.000 Złoty für eine ausgewählte Aktivität erhielt. So wurden Spielplätze angelegt, dringend benötigte Geräte, Unterstände oder Festtafeln angeschafft. Also das, was die jeweilige Dorfgemeinschaft brauchte. Außerdem haben wir ein Bürgerbudget eingeführt, mit dem unter anderem Ideen für Konzerte und Workshops finanziert werden können. Gleichzeitig subventionierten wir mit 1 Mio. Złoty die Renovierungen historischer Gebäude – vor allem Kirchen. 2022 war auch ein weiteres Jahr mit einer Rekordunterstützung für NGOs, d.h. Subventionen für Vereine in den Bereichen Sport, Kultur, Bildung, Multikulturalität und nationale Minderheiten.

 

Was konnte unter Ihrer Stabführung im Jahr 2022 von den zuvor aufgestellten Plänen verwirklicht werden?

Im Gesundheitsbereich war die Ausstattung von Krankenhäusern in der gesamten Woiwodschaft mit modernen, lebensrettenden Geräten, der Kauf von Krankenwagen der neuesten Generation und die Einführung eines dringend benötigten, innovativen Covid-Rehabilitationsprogramms am wichtigsten. Dank EU-Mitteln konnten bereits mehr als 1.500 Personen umfassend untersucht werden. Je nach ihren Bedürfnissen wurden sie zur orthopädischen Rehabilitation an das OCR in Friedland in Oberschlesien, zur pulmonologischen Rehabilitation an das SCM in Kupp und zur psychologischen Rehabilitation an das CTN in Moschen überwiesen. Ich möchte Menschen, die unter den Auswirkungen ihrer Covid-Erkrankung leiden, nachdrücklich ermutigen, die noch verfügbaren Rehabilitationsmaßnahmen unter häuslichen Bedingungen in Anspruch zu nehmen. Sie können das Formular auf der Website takdlazdrowia.opolskie.pl ausfüllen oder unter der Telefonnummer 77 42 74 784, -5, -6 anrufen.

 

Auch im Bereich der Bildung können Sie stolz auf sich sein…

Ich bin stolz auf die kontinuierlichen Investitionen in die berufliche Bildung und die verschiedenen Formen der Fortbildung und Unterstützung für Lehrer. Ende letzten Jahres haben wir zwei sehr wichtige Projekte zusammengefasst, die der Oppelner Berufsbildung für den Arbeitsmarkt gewidmet sind und einen Gesamtwert von über 66 Millionen Złoty haben. In Dutzenden von Schulen wurden Schulinformations- und Berufsberatungszentren eingerichtet. Wir haben Berufsausbildungslabors mit modernen Geräten ausgestattet, Tausende Schüler haben Bildungs- und Berufsberatung in Anspruch genommen und hatten die Möglichkeit, bezahlte Praktika zu absolvieren. Lehrkräfte haben an Berufsbildungsmaßnahmen und Kursen teilgenommen. Auf diese Weise vermitteln wir jungen Menschen die Art von Qualifikationen, die sie in die Lage versetzen, einen gut bezahlten Arbeitsplatz in unserer Region zu finden. Ein gemeinsamer Erfolg der deutschen Minderheit und der Woiwodschaftsselbstverwaltung ist die feierliche Eröffnung des Dokumentations- und Ausstellungszentrums der Deutschen in Polen, das seinen Sitz in der ul. Szpitalna hat. Es handelt sich um einen landesweit einzigartigen Ort, der zur Woiwodschaftsbibliothek gehört und an dem man auf sehr interessante und moderne Weise etwas über die Geschichte der in Polen lebenden Deutschen vom Beginn der Staatlichkeit bis heute erfahren kann.

 

Zuzanna Donath-Kasiura, Vizemarschallin der Woiwodschaft Oppeln Foto: UMWO

 

Welche Probleme hatten Sie in den letzten 12 Monaten zu bewältigen?

Am meisten schmerzt die Diskriminierung der Kinder der deutschen Minderheit, für die der Minister für Bildung und Wissenschaft in seiner Verordnung den Zugang zum Unterricht in der Minderheitensprache von drei auf eine Stunde reduziert hat. Dass den Kommunen ein Teil der Zuschüsse für den minderheitensprachlichen Deutschunterricht gestrichen wird, ist etwas, was in einem demokratischen Land nicht passieren darf und doch zur Tatsache geworden ist! Ein sehr großes Problem in unserer Woiwodschaft ist die unzureichende Anzahl von Ärzten in vielen Fachbereichen. Deshalb haben wir 2022 zum zweiten Mal Stipendien an Medizinstudentinnen vergeben, damit sie nach dem Studium ihre berufliche Tätigkeit in unserer Region aufnehmen können. Zudem hatten wir mit der Pandemie, dem Krieg in der Ukraine oder einer galoppierenden Inflation zu kämpfen, die alle Bereiche unseres Lebens betrafen und dabei auf Faktoren zurückzuführen waren, auf die wir keinen Einfluss hatten.

 

Wird dieses Jahr für Sie als Vizemarschallin schwieriger als das vorherige, ähnlich oder leichter?

Es wird sicherlich eine Zeit intensiver Arbeit sein. Ich habe gelernt, dass die einzige Konstante der ständige Wandel ist. Wir müssen klug und verantwortungsbewusst auf die sich verändernden Bedingungen reagieren, um sowohl die Entwicklung als auch die gesundheitliche Sicherheit der Menschen in unserer Region zu gewährleisten.

 

 

Welches sind die vorrangigen Themen, Investitionen und Vorhaben des Oppelner Marschallamtes für das laufende Jahr?

Im Mittelpunkt unserer Aktivitäten steht immer der Mensch. Wir müssen uns gemeinsam um unsere psychische Verfassung kümmern. Bei Kindern und Jugendlichen ist unser Ziel eine klug geplante und durchgeführte Schulbildung, die sie auf den Arbeitsmarkt vorbereiten soll. Erwachsenen wollen wir helfen, neue berufliche Qualifikationen zu erwerben. In jedem Alter sind ein gesunder Lebensstil und die Möglichkeit, den eigenen Leidenschaften und Interessen nachzugehen, wichtig, weshalb wir Rekordmittel zur Unterstützung der Aktivitäten von Nichtregierungsorganisationen bereitstellen werden.

 

Im diesjährigen Haushalt der Woiwodschaft Oppeln sind über 46 Millionen Złoty für Investitionen in die Krankenhäuser vorgesehen, für die das Marschallamt zuständig ist. Bitte geben Sie zwei oder drei Ziele an, die mit diesem Geld erreicht werden sollen.

Unter anderem haben wir 10 Mio. Złoty für den Bau eines Zentrums für Kinder- und Jugendpsychiatrie in der St. Hedwig-Fachklinik in Oppeln bereitgestellt, um die Behandlung unter angenehmeren Bedingungen zu ermöglichen, sowie 6 Mio. Złoty für die Wiederbelebung des Schlosses, in dem das Rehabilitationszentrum in Lorzendorf untergebracht ist. Und für weitere 6 Mio. Złoty wollen wir die Lüftung im Krankenhausgebäude des Neurotherapiezentrums in Moschen modernisieren.

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