Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Monday, August 8, 2022

Hochgeschwindigkeitsbahn in Ägypten

Das deutsche Unternehmen Siemens hat mit der ägyptischen Regierung den Bau eines Hochgeschwindigkeits-Eisenbahnnetzes vereinbart. Das Geschäft hat einen Wert von mehreren Milliarden Euro. Konkret wird Siemens Mobility, ein Unternehmen der Siemens-Gruppe, ein 2.000 Kilometer langes Hochgeschwindigkeitsnetz in Ägypten aufbauen.

Das Unternehmen wird nach eigenen Angaben 41 moderne Hochgeschwindigkeitszüge, 94 Züge für den Regionalverkehr und 41 Güterzuglokomotiven liefern. Der Vertrag umfasst auch den Bau von acht Bahnhöfen und Wartungsdienstleistungen für 15 Jahre: „Mit unserer hochmodernen Schienenfahrzeug- und Bahnverkehrstechnik sowie der laufenden Wartung wird Ägypten über das sechstgrößte und modernste Hochgeschwindigkeitsnetz der Welt verfügen“, sagte Roland Busch, Vorstandsvorsitzender der Siemens AG, bei der Vertragsunterzeichnung.

Bei diesem Megaprojekt wird Siemens Mobility mit den Bauunternehmen Orascom und den Arab Contractors zusammenarbeiten. Der Auftragswert für das deutsche Unternehmen beträgt 8,1 Mrd. Euro. Das 2.000 Kilometer lange moderne Hochgeschwindigkeits-Eisenbahnnetz soll 60 Städte in Ägypten verbinden. Die Züge sollen mit einer Geschwindigkeit von bis zu 230 Stundenkilometern fahren. Nach Angaben von Siemens Mobility werden rund 90 Prozent der ägyptischen Bevölkerung Zugang zu dem neuen Schienennetz haben. Durch die Verlagerung eines Großteils des Verkehrs von der Straße auf die Schiene wird es auch gelingen, die derzeitigen CO2-Emissionen, für die Busse und private Pkw verantwortlich sind, um 70 Prozent zu senken. Der ägyptische Präsident Abd al-Fattah as-Sisi, der der Unterzeichnungszeremonie beiwohnte, bezeichnete das zukünftig entstehende Schienennetz als eine wertvolle Ergänzung des ägyptischen Verkehrssystems. Dies sei der Beginn einer neuen Ära für das Eisenbahnsystem Ägyptens, Afrikas und des Nahen Ostens, fügte er hinzu.

Johann Engel

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