Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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„Ich wuchs mit der Minderheit auf“

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In den DFKs laufen derzeit Wahlen, in denen auch neue DFK-Vorsitzende bestimmt werden. In den kommenden Ausgaben werden wir die neuen und alten DFK-Chefinnen und DFK-Chefs fragen, weshalb sie sich entschlossen haben, das Amt zu übernehmen und was diese Arbeit für sie bedeutet. Den Anfang macht Joanna Szarek-Tomala, Vorsitzende des DFKs Roschowitzdorf in der Gemeinde Czissek.


Mein Abenteuer mit dem DFK begann, als ich noch ein kleines Mädchen war. Ich erinnere mich gut an die Treffen mit dem heiligen Nikolaus, vor dem wir als Kinder mit Gedichten und Liedern aufgetreten sind. Im Alter von 15 Jahren wurde ich vom DFK-Vorstand in Lohnau (Gemeinde Czissek) zur Verstärkung des Vorstandes eingeladen. Als Teenager wirkte ich beim Vorstand mit: Ich nahm an den Sitzungen teil, half bei Vorbereitungen zu Treffen und anderen Veranstaltungen. So wuchs ich beim Vorstand auf, sodass ich auch schnell dann zum Vorstand gewählt wurde, damals als Sekretär. Dann gab es erste Schritte in Richtung eigener Initiativen und Suche nach finanziellen Quellen. Meine erste Veranstaltung war ein Karaoke-Abend für Jugendliche. Dann leitete ich die Samstagskurs und bereitete Anträge zur finanziellen Unterstützung von Projekten vor, wie den Sankt Martinstag. Es machte mir eine sehr große Freude, etwas für die Gemeinschaft zu tun. Neben dem Studium, Nebenjob in der Radioredaktion „Mittendrin“, Familienleben, war das ehrenamtliche Engagement für die deutsche Minderheit etwas Selbstverständliches. Bei allem, was ich tat, begleitete mich die deutsche Sprache.

Joanna Szarek-Tomala. Foto: privat

Vor 9 Jahren zog ich nach Roschowitzdorf um, wo ich im Jahr 2015 zur Vorsitzenden des DFK Roschowitzdorf und heute, am 12. März, erneut gewählt wurde. Es wird meine dritte Amtszeit sein.

Wieso ich es mache? Weil ich eine in Schlesien lebende Deutsche bin und mir die deutsche Minderheit sehr am Herzen liegt. Von klein auf wuchs ich mit ihr auf, was meine deutsche Identität stärkte. Dies versuche ich, auch meinen Kindern zu vermitteln, denn bei den eigenen Kindern muss man anfangen. Aber auch bei jeder Veranstaltung werden die deutsche Sprache, Kultur und Geschichte gepflegt. Jeder von uns sollte seine eigenen Wurzeln kennen.

Es ist nicht immer leicht, das Familien- und Berufsleben mit den zahlreichen Aktivitäten als Vorsitzende des DFK zu verbinden, aber dank der Unterstützung meiner Familie und des Vorstandes gelingt es. Selbst die hohen Besucherzahlen bei den Veranstaltungen bauen auf. Mich freut es sehr, dass die Mitglieder und unsere Sympathisanten gerne an unseren Veranstaltungen teilnehmen. Man macht es für unsere Landsleute und Freunde. All die Treffen und gemeinsamen Initiativen führen zu einer starken Gemeinschaft. Wir sind schon wie eine Familie. Auch das positive Feedback der Mitglieder und Sympathisanten stärkt mich in allen Vorhaben. Es ist einfacher, eine Vorsitzende zu sein, wenn man eine starke Mannschaft hat, darunter auch eine großartige Ortsvorsteherin, mit der zusammen wir was Großes schaffen.

Notiert von: adur

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