Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Im Fußballfieber

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Einen Tag nach Beginn der Fußball – Europameisterschaft wurde am Samstag, den 15. Juni, im Stadion des 1. FC Chronstau die „Mini Europameisterschaft“ ausgetragen. Ca. 360 Kicker aus den 12 Standorten der Miro Deutschen Fußballschule (MDFS) spielten an dem Tag auf gleich mehreren Feldern Fußball.

„Es ist eines der größten Turniere in der Woiwodschaft Oppeln. Es ist uns wichtig, dass, wenn die Kinder gerade nicht spielen, dass sie außer Rumtoben – was natürlich auch wichtig ist – auch noch einen sprachlichen Input bekommen. Deswegen gibt es bei uns auch immer Sprachanimationen in Deutsch“, informiert Mateusz Bachem, Koordinator der Miro Deutschen Fußballschule, der das Turnier schon seit Wochen intensiv vorbereitet hat.

Von klein auf

Auf mehreren Fußballfeldern gleichzeitig wurde die „Mini Europameisterschaft“ in Chronstau ausgetragen.
Fot. Manuela Leibig

„Ich mag Fußball. Zum Turnier kam ich mit meiner Mutter und meiner kleinen Schwester, die uns anfeuern, wenn wir spielen“, sagt der 7-jährige Wiktor Sottopietra von der MDFS Guttentag. Sein Mannschaftsmitglied Tomek Niesłony freut sich, bei dem Turnier mit dabei zu sein: „Es ist super hier, das letzte Spiel haben wir gewonnen. Im Sommer haben wir dann eine Pause von den Trainings, aber da spielen wir untereinander Fußball“, so der Erstklässler aus Guttentag. Trainerin Karolina Gieroń aus der MDFS Langlieben ist mit der jüngsten Altersgruppe Bambini/U7 das erste Mal bei dem jährlichem großen Miro-Turnier dabei: „Die Kids kriegen das sehr gut hin, sie haben unglaublich viel Spaß. Auch wenn sie etwas gestresst waren, weil wir ansonsten an kleineren Turnieren teilnehmen“, erzählt die Trainerin. Der 8-jährige Henio und der 7-jährige Janek aus der MDFS Leschnitz hingegen waren schon bei größeren Turnieren dabei. Sie wissen bereits, worauf es ankommt: „Wir müssen viel trinken, das ist wichtig, damit wir all die Spiele durchhalten“, betont Janek. „Die besten Turniere sind auf dem Gras, wie hier, denn da kann man besser den Seitenrutsch machen. Da tun die Knie nicht so weh wie in der Sporthalle“, erklärt Henio.

Eltern unterstützen

Ca. 360 Kicker aus allen 12 Miro Deutschen Fußballschulen nahmen an dem Turnier teil.
Fot. Manuela Leibig

Mit beiden Söhnen kam Sabina aus der MDFS Kroschnitz zum Turnier: „Mein älterer Sohn Kacper hat vor zwei Tagen bei der Sport-AG in der Schule seinen Arm gebrochen und kann heute nicht mitspielen, aber er feuert seinen jüngeren Bruder an. Ich versuche, bei jedem Turnier dabei zu sein, das sind viele Wochenenden im Jahr. Wenn man seine Kinder unterstützen will, dann ist man gerne dabei“, so die Mutter. „Ich habe gerade mit einigen Eltern gesprochen, die freuen sich über solche Initiativen, denn die Kinder bereiten sich zu dem großen Turnier vor, verbringen hier viel Zeit an der frischen Luft, toben sich aus und hocken nicht vor dem Computerbildschirm. Zusätzlich wird die Atmosphäre von der gestrigen Eröffnung der Europameisterschaft nochmal gestärkt“, freut sich Rafał Bartek, Vorsitzender der SKGD. „Außer dem sportlichem Aspekt ist es uns wichtig, dass sich die Kinder und ihre Eltern aus den verschiedenen Fußballschulen untereinander noch besser kennenlernen. Mittlerweile kennen sich viele, weil die Kinder, die schon seit Jahren bei uns trainieren, zwei Mal im Jahr bei den großen Turnieren dabei sind, und ihre Eltern unterstützen sie vor Ort“, erklärt Mateusz Bachem. Nun geht es für die Kicker in die wohlverdiente Sommerpause, aber die MDFS legt noch einen drauf und organisiert gleich zwei Fußballcamps im Sommer: in Chronstau und in Walzen. Die Plätze sind jährlich sehr schnell vergriffen. „Es ist ja nicht langweilig bei uns“, sagt Mateusz Bachem. „Wir trainieren nicht nur, sondern lernen auch täglich Deutsch im Unterricht. Zudem besuchen wir auch das Fußballstadion in Gleiwitz und das Dokumentations- und Ausstellungszentrum der Deutschen in Oppeln.“

 

Fanmeilen

Während der EM werden in den DFKs und an verschiedenen anderen Orten Fanmeilen organisiert: „Ich hoffe, dass die Leute sich immer wieder treffen werden. Hier in Chronstau hatten wir schon die erste Fanmeile gehabt, es waren ziemlich viele Menschen dabei. Was mich freut, ist, dass die Menschen dieses Gemeinsame suchen, dass sie gekommen sind, um sich miteinander auszutauschen. Das ist ja auch ein Beitrag, den man in der heutigen Welt nicht unterschätzen soll“, so Rafał Bartek. Das Projekt Miro Deutsche Fußballschule läuft gut, schon jetzt wird überlegt, wie das 10-jährige Jubiläum aussehen soll. Fest steht: es wird dort stattfinden, wo alles mit einer Fanmeile begonnen hat – in Chronstau. „Der 1. FC Chronstau feiert nächstes Jahr sein 50-jähriges Bestehen, vielleicht klappt es ja, dass wir zusammen etwas organisieren. Wir tippen auf Juni 2025 – und es wird sich fast alles um Fußball drehen. Wir sind im Gespräch mit dem Fußballverein TSV Reinhardtsgrimma aus Deutschland, mit dem wir zusammenarbeiten, dass sie uns zu dem Zeitpunkt besuchen und wir gemeinsam mit unseren Kickern ein großes Fußballturnier austragen werden“, verrät Mateusz Bachem die ersten Pläne.

 

Manuela Leibig

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