Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Friday, December 9, 2022

Im schlesisch – märischen Grenzgebiet

Die an der Grenze von Schlesien und Mähren liegende Gebirgskette wird oft zugunsten des imposanten Altvatergebirges vernachlässigt. Völlig zu Unrecht, denn wir haben es mit einer interessanten Region zu tun, wo Natur und historische Gedenkstätten nahe beieinander liegen.

 

Das Freudenthaler Schloss ist eines der schönsten in der Region.
Foto: Łukasz Malkusz

 

Bevor wir unsere Wanderschuhe anziehen, machen wir einen Abstecher nach Freudenthal (Bruntal). Diese Kreisstadt kann man am einfachsten mit den Landesstrassen 38 und 45 aus Leobschütz (Głubczyce) erreichen. Das Stadtzentrum bietet mehrere Parkmöglichkeiten, im Ort gibt es auch etliche Sehenswürdigkeiten zu sehen. Ein absolutes Muss ist aber auf jeden Fall das wunderschöne Freudenthaler Schloss.

 

Das letzte Schloss des Deutschen Ordens

Es wurde nach 1560 im Renaissancestil errichtet, vorher befand sich hier eine mittelalterliche Burg. Die ersten Schlossherren waren Mitglieder der Familie von Würben, diese verloren jedoch den Besitz während des Dreißigjährigen Krieges. Das Schloss wurde an den Deutschen Ritterorden übergeben, der es in den Jahren 1766-1769 im Barockstil umbauen ließ. Die Ritter blieben bis 1939 Schlossherren. Eine Besichtigung ist im Sommer an jedem Tag möglich. Man sollte sich es auf keinen Fall nehmen lassen, die Innenräume mit teilweise kompletter Ausstattung in Ruhe anzusehen.

 

An der schlesisch-mährischen Grenze

Wenn wir von Freudenthal eine Viertelstunde lang weiter mit der Landesstrasse 45 fahren, kommen wir in Dittersdorf an der Feistritz (Detrichov nad Bystrici) an. Wir verlassen dabei die historischen Grenzen Oberschlesiens und gelangen nach Nordmähren. Am Wochenende sollte es Parkmöglichkeiten am Gemeindeamt, fast am Ende des Ortes, geben. Das Dorf wurde bereits in Dokumenten aus dem 14. Jahrhundert genannt, spielte aber nie eine erwähnenswerte historische Rolle. Die einzige Sehenswürdigkeit befindet sich praktisch gleich oberhalb des Parkplatzes.

Die spätbarocke Georgskirche wurde 1767 errichtet und birgt Andenken an deutsche Kulturgeschichte in der Region. Das Altarbild wurde von Johann Amler aus Sternberg (Sternberk) gemalt, die sechsstimmige barocke Orgel stammt aus der Werkstatt von Steinunger aus Engelsberg (Andelska Hora). Auf dem Friedhof, der sich um das Gotteshaus herumzieht, sind bis heute Grabsteine zu finden, die an die einst deutsche Bevölkerung von Dittersdorf erinnern.

 

Ab aufs Dach des Niederen Gesenkes

Nachdem wir die Kirche besucht haben, folgen wir der Straße ein kurzes Stuck nach oben und biegen bei der ersten Gelegenheit links ab. Nach etwa 200 Metern stoßen wir auf rote Zeichen. Sie weisen auf den Internationalen Wanderweg Eisenach-Budapest, dessen Fragmente wir bereits mehrmals genutzt haben. Von hieraus führt uns die Route etwa 40 Minuten gemütlich eine Waldstraße entlang. Jetzt erwarten uns auch die interessantesten Aussichten auf der Strecke – links erblicken wir ab und zu mit dem Altvater und der Hohen Heide die höchsten Gipfel des Altvatergebirges.

An einer Kreuzung biegt der Wanderweg rechts ab. Wir können aber noch einen kurzen Abstecher nach links wagen, wo wir die sogenannte Rehquelle finden. Weiter ist es ein etwa 20 Minuten langer Anstieg. Wir klettern dabei über 100 Meter nach oben und kommen an unserem Ziel an. Der Gipfel des Sonnenbergs ist mit 800 Metern der höchste im Niederen Gesenke. Die mit Wald bewachsene Spitze bietet zwar keine Ausblicke, dafür aber gute Erholungsmöglichkeiten, um Kräfte für den zweiten Teil unseres Ausflugs zu sammeln.

Fortsetzung folgt

Łukasz Malkusz

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