Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Saturday, May 28, 2022

Jahresempfang des Bundes der Vertriebenen

Gestern (26.04.) fand der Jahresempfang des Bundes der Vertriebenen statt, an dem auch Bundesinnenministerin Nancy Faeser und die neue Bundesbeauftragte für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten Natalie Pawlik teilgenommen haben. In den offiziellen Reden war auch die Situation der deutschen Minderheit in Polen eines der Themen.

 

Viel Platz wurde aber vor allem der deutschen Minderheit in der Ukraine eingeräumt. Dabei gehe es nicht nur um die aktuelle Unterstützung, die sowohl vom BdV als auch der Arbeitsgemeinschaft deutscher Minderheiten in der FUEN geleistet werde. „Die Herausforderungen, die vor der deutschen Minderheit in der Ukraine liegen, sind immens und ich kann ihnen versichern, wo es möglich ist, vor allem auch finanziell, werden wir sie weiterhin unterstützen. Es wird auch nach dem Krieg darauf ankommen hohe Integrationsleistungen dort zu leisten“, sagte Bundesinnenministerin Nancy Faeser.

 

Bundesinnenministerin Nancy Faeser
Foto: BdV

 

Deutschunterricht in Polen

Für die Delegation des Verbandes deutscher Gesellschaften in Polen – Bernard Gaida, Maria Neumann, Michał Schlueter, Damian Stefaniak, Waldemar Świerczek und Peter Jeske – war es aber vor allem wichtig, dass sowohl BdV-Präsident Prof. Bernd Fabritius, als auch die Bundesinnenministerin die Kürzung des Deutschunterrichts scharf kritisierten.

 

„Es ist uns wichtig die deutschen Gemeinschaften zu stärken, ihre Lebens- und Zukunftsperspektiven zu verbessern und die Identität durch Sprach- und Jugendförderung zu stärken. Die geplante Kürzung des Deutschunterrichts als Minderheitensprache in polnischen Schulen ist deshalb so nicht zu akzeptieren“,

 

sagte Nancy Faeser.

Und BdV-Präsident Bernd Fabritius betonte: „Für andere ethnische und nationale Minderheiten in Polen gelten diese Kürzungen nicht, sie richten sich gezielt nur gegen Deutsche. Dieses Thema muss Angelegenheit der Bundesregierung auf höchster Ebene bleiben und mit Nachdruck und diplomatischem Klartext vertreten und gelöst werden. Minderheiten sind bekanntlich an der Stelle besonders verletzlich, wo sie Gefahr laufen, die kollektiven identifikationsstiftenden Merkmale zu verlieren. Dazu gehört die eigene Muttersprache ganz an erster Stelle! Wenn ein Staat darauf hinarbeitet, diese Merkmale zu schleifen, begeht er ein Verbrechen an seinen eigenen Bürgern“.

 

Druck auf polnische Regierung

Die Kürzungen beim Deutschunterricht, die ab September 2022 durch Verordnung des polnischen Bildungsministers eingeführt werden sollen, waren auch nach dem offiziellen Teil Thema der Gespräche, wie Bernard Gaida, Vorsitzender des VdG betont. Er hat sowohl mit der Bundesinnenministerin als auch der Aussiedlerbeauftragten, sowie Vertretern der Länder, Landsmannschaften und BdV-Mitgliedern gesprochen. „Alle von Ihnen sind über die diskriminierende Behandlung von Schülern der deutschen Minderheit in Polen entsetzt, interessieren sich für die Klage, die bei der Europäischen Kommission in dieser Angelegenheit eingereicht wurde und wie die Bundesregierung mit diesem Problem umgeht. Ich hoffe, dass meine Erklärungen dazu beitragen werden, den Druck auf die Regierung der Republik Polen zu erhöhen, damit diese schädliche und rechtlich unbegründere Verordnung aufgehoben wird. Ich bedanke mich für Ihre Zusicherung, dass Deutschland auch weiterhin eine aktive Politik gegenüber seinen Landsleuten jenseits der Grenzen betreiben wird“, sagt Bernard Gaida.

 

Der VdG nutzte den Jahresempfang, um Bernd Fabritius für sein Egagement als BUndesbeuaftragter für Aussiedlerfragen zu danken.
Foto: facebook.com/Bernard Gaida

 

Der VdG hat den Jahresempfang auch dazu genutzt Bernd Fabritius, der vor wenigen Tagen aus dem Amt des Bundesbeauftragten für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten ausgeschieden ist, für seine jahrelange Unterstützung zu danken.

ru

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