Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Saturday, January 28, 2023

Jede Aktivität ist wichtig (+Audio)

Die SKGD lud Vertreter der Deutschen Minderheit am Montag, den 9. Januar zum traditionellem Neujahrstreffen ein. Es war eine Möglichkeit, das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen, es bot aber auch einen Ausblick auf das begonnene Jahr 2023.

„Hier treffen Kommunalpolitiker, die aus der deutschen Minderheit stammen oder die deutsche Minderheit in ihrer Tätigkeit unterstützen, zusammen. Wir Kommunalpolitiker brauchen die deutsche Minderheit und die deutsche Minderheit braucht uns, um auch die schwierigen Zeiten gemeinsam zu überstehen, wie wir sie jetzt haben, mit der Reduzierung der Unterrichtsstunden von Deutsch als Minderheitensprache“, sagt Łukasz Jastrzembski, Bürgermeister von Leschnitz. In seiner Gemeinde legte er die Finanzierung der zwei weggenommenen Stunden aus dem eigenen Haushalt dazu. „Hier bei diesem Treffen sehe ich, dass es nicht nur in meiner Gemeinde schwierig ist, die Finanzen und alle Angelegenheiten, die die Jahre 2022 und 2023 bringen, zu meistern. Wir sitzen alle im selben Boot“, so der Bürgermeister aus Leschnitz.

Die SKGD lud engagierte Vertreter der Deutschen Minderheit zum Neujahrstreffen ein.
Foto: Manuela Leibig

Die zwei fehlenden Deutschstunden sicherte auch Michael Golenia den Schülern in seiner Gemeinde Murow. „Im Jahr 2023 erwarten uns Bürgermeister weniger Geld und noch mehr Aufgaben, ich werde mich aber bemühen, weiterhin so viel wie möglich für die Bevölkerung zu machen“, sagt Michael Golenia und schaut mit Hoffnung in das Jahr 2023. „Die Preise im Bauwesen haben sich stabilisiert, vor drei Wochen hat Kohle, die die Gemeinden neuerdings verkaufen, noch um die 3000 zł gekostet. Die Angebote, die wir letzte Woche eingeholt haben, belaufen sich auf 2270 zł. Ich hoffe, auch die Inflation wird nicht mehr steigen“, sagt Golenia.

Rafał Kotarski, Bürgermeister von Landsberg, gehört nicht der Deutschen Minderheit an. Eine Zusatzstunde für Deutsch als Minderheitensprache sicherte er in seiner Gemeinde trotzdem. „Eine Stunde pro Woche ist viel zu wenig, um die Sprache anständig zu lernen. In meiner Gemeinde konnten wir uns finanziell leider nur eine Stunde pro Woche mehr leisten, aber wenigstens so viel konnte ich tun“, sagt der Bürgermeister von Landsberg.

Die Diskriminierung der Schüler, die Deutsch als Minderheitensprache lernen, war Leitthema aller Reden, die bei dem Empfang gehalten wurden. Rafał Bartek, Vorsitzender der SKGD, bedankte sich bei allen Aktivisten der Deutschen Minderheit für die Tätigkeit im Jahr 2022 und bat um weitere in den kommenden zwölf Monaten. „Jede Aktivität ist wichtig. Bitte macht weiter und seid so frei, anderen, die sich engagieren, auf die Schulter zu klopfen und zu sagen, dass sie es gut machen. Denn solche einfachen Worte der Ermunterung, des Lobes geben uns Kraft zum Weitermachen. Sie fehlen uns aber so oft, sie fehlen auch mir“, gab Rafał Bartek offen zu. Seine Rede im Wortlaut finden Sie auf www.skgd.pl

Text und Fotos: Manuela Leibig

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