Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Kunststück auf dem Neisser Ring

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Eines der kunsthistorisch wertvollsten Gebäude in Neisse ist das Kämmereigebäude, auch als Waagehaus bezeichnet. Das an der Südseite des Neisser Ring gelegene Waagehaus wurde zwischen 1602-1604 errichtet.

Das Waagehaus wurde zweimal teilweise zerstört.
Foto: Jacek Halicki

Das Waagehaus wurde auf Geheiß des Breslauer Fürstbischofs Johann VI von Sitsch im Stil der Spätrenaissance gebaut. Zuvor stand an der Stelle eine Markthalle. Ernsthaft beschädigt wurde das Gebäude während des vierten Koalitionskrieges im Jahr 1807. Der Wiederaufbau erfolgte erst im Jahr 1890.Als Andenken an die Zerstörung wurde in die Hauptfassade des Hauses eine Kanonenkugel eingelassen. Eine hölzerne Stadtwaage stand in den Arkaden des Hauses. Hier mussten alle Waren, die nach Neisse gebracht wurden, erst einmal gemessen und gewogen werden, damit man eine entsprechende Zollgebühr festsetzen und erheben kann. Diese Gebühr wurde in den meisten Städten eingezogen und mancherorts bereits im 11. Jahrhundert eingeführt. Außerdem war das Neisser Waagehaus der offizielle Sitz des Fürstbischofs für administrative Aufgaben.

Foto: Jacek Halicki

Nach der Renovierung wurde das Gebäude zuerst als Kämmereikasse genutzt, bis 1945 als Sitz der Spar- und Girokasse. Im Jahr 1945 wurde es durch die Rotarmisten teilweise zerstört. Erhalten geblieben sind das Erdgeschoss und ein Teil des Hauswände. Prompt wurde mit dem Wiederaufbau begonnen. Leider wurden die kunstvollen Wandmalereien nicht wiederhergestellt. Erst in den Jahren 2010-2012 wurden die Fassaden artgerecht rekonstruiert. Über den Dachfenstern wurden die Obelisken und Skulpturen restauriert.

 

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