Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Monday, December 5, 2022

Luthers Spuren

Das Dorf Neukirch (Nowy Kościół) im niederschlesischen Landkreis Goldberg (Złotoryja) hat eine lange Geschichte. Die Ortschaft entstand vermutlich schon im Mittelalter und war der Sitz der Adelsfamilie von Zedlitz. Im 16. Jahrhundert war Neukirch auch ein Zentrum des Luthertums in Schlesien.


Die Gegend um Neukirch wird seit über 1.000 Jahren bewohnt, davon zeugen viele Artefakte, die im Laufe der Jahre dort ausgegraben wurden und aus der Altsteinzeit, Mittelsteinzeit und Jungsteinzeit stammen. Das Dorf in seiner heutigen Form wurde vermutlich im Mittelalter gegründet. Die Adelsfamilie von Zedlitz hatte hier wahrscheinlich seit dem 14. Jahrhundert ein Schloss, das aber gleich nach dem Zweiten Weltkrieg von den neuen Behörden abgerissen wurde.

Um die Ruine der alten Kirche herum kann man die alte evangelische Nekropole besichtigen.
Foto: Aneta Pawska/wikipedia.org

Malerische Ruine
Doch in Neukirch gab es noch andere beachtliche Bauten. Eine von ihnen ist die romanische Kirche der Heiligsten Jungfrau Maria, die bereits 1228 schriftlich erwähnt wird und heute eine malerische Ruine ist. Den Bau der Kirche veranlasste angeblich die Heilige Hedwig selbst. Die wertvollsten steinernen Elemente wurden bereits vor Jahren abmontiert und befinden sich heute im Architekturmuseum in Breslau. Man kann aber den kleinen evangelischen Friedhof um die Kirche herum besichtigen. Und auch der renovierte Kirchturm ist offen für Besucher, der Eintritt ist frei. Der Zutritt ist allerdings nur von Dezember bis Februar und von April bis September möglich.

Melchior HofmannQuelle: wikipedia.org

Luthers Schüler
Die Protestanten nutzten die alte Kirche kaum. Die ersten Vorträge haben sie auf dem Schloss derer von Zedlitz gehalten. Kein geringerer als der Schüler Martin Luthers selbst, Melchior Hofmann (1495 – 1543), hat hier den neuen Glauben unters Volks gebracht. Die erste Predigt im lutherschen Geist hielt Hoffmann hier im Jahr 1518. 200 Jahre später entstand im Dorf sogar eine Pastorenschule. Das Gebäude steht bis heute. Die von Zedlitz waren große Befürworter Luthers. Eines der wertvollsten Kunstwerke, das aus dem Schloss gerettet werden konnte, ist das Gemälde „Luthers Predigt“ aus dem Jahr 1580, das sich heute im Breslauer Erzdiözesanmuseum befindet.

Anna Durecka

Hervorhebung:
Die erste Predigt im lutherschen Geist hielt Melchior Hofmann in Neukirch im Jahr 1518.
Um die Ruine der alten Kirche herum kann man die alte evangelische Nekropole besichtigen.
Foto: Aneta Pawska/wikipedia.org

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