Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Wednesday, November 30, 2022

Multikulti ist nichts Neues

Breslau. Foto: Jarka/Wikimedia Commons
Breslau. Foto: Jarka/Wikimedia Commons

2016 ist Zeit und Raum, um über die Metamorphose Breslaus zu sprechen – das sagen die Veranstalter der Europäischen Kulturhauptstadt 2016. Einen Beitrag dazu leistest der aus Beuthen stammende Filmemacher Ronald Urbanczyk.

“Im Rahmen der Kulturhauptstadt passiert eine ganze Menge, wir haben 400 Projekte und über 1.000 Veranstaltungen. Dabei liegt unser Fokus auf der Geschichte Breslaus von früher bis heute”, sagt Magdalena Babiszewska vom Organisationsteam der Europäischen Kulturhauptstadt. Eines dieser Projekte realisiert der Beuthener Filmemacher Ronald Urbanczyk, der zu Breslau eine ganz besondere Verbindung hat: “Mein Opa ist hier Opernsänger gewesen. Deshalb hat Breslau  für mich einen besondere Charakter und ich wollte mich engagieren.” Die Idee von Ronald Urbanczyk ist es, eine Lichtinstallation auf dem Dach des Breslauer Rathauses aufzubauen und von dort oben die Geschichte des Rathauses und der Stadt zu erzählen. “Alles, was das Rathaus in den letzten Jahrhunderten und –zehnten betrifft, habe ich gesammelt. Und ich würde gern die Bilder auf das Rathaus selbst projizieren mit Interviews von Deutschen, Polen und Juden, weil gerade sie das Stadtbild geprägt haben”, sagt Urbanczyk. Multikulti ist also keine Erfindung intellektueller Hipster, sondern in Breslaus wechselhafter Geschichte tief verwurzelt. Das wollte auch Theaterkünstler Chris Baldwin bei seinem Riesenspektakel „Erwachen“ am Eröffnungswochenende der Kulturhauptstadt im Januar zeigen. Aus vier Himmelsrichtungen zogen vier Karawanen mit rund 1.300 Künstlern durch die Stadt, angeführt von den Geistern der Innovation, des Wiederaufbaus, des Hochwassers und: dem Geist der vielen Religionen – sie verkörpern die Geschichte der niederschlesischen Hauptstadt. Auf dem Breslauer Ring schließlich vereinigten sich die Geister unter schallendem Glockenläuten – Baldwins Absicht war es, die Breslauer wachzurütteln. Das will auch Ronald Urbanczyk mit seiner Lichtinstallation, die allerdings erst im Herbst auf dem Dach des Breslauer Rathauses zu sehen sein wird.

Marie Baumgarten

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