Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Friday, December 9, 2022

Neue Qualität in der Bildung

Das erste Band umfasst den Zeitrahmen von der Antike bis ins Mittelalter. Weitere vier Bänder sollen folgen.
Das erste Band umfasst den Zeitrahmen von der Antike bis ins Mittelalter. Weitere vier Bänder sollen folgen.

Vom 19. bis 21. Mai fand in Halle an der Saale die XXXVI. Deutsch-Polnische Schulbuchkonferenz unter dem Titel „Kommunikationsräume – Akteure, Praktiken und Umsetzungen in der schulischen Praxis“ statt. Das Augenmerk dieses Jahr war aber auf den ersten Band des neuen deutsch-polnischen Geschichtslehrbuches „Europa. Unsere Geschichte” gerichtet.

 

Die deutsche Minderheit wurde bei der Schulbuchkonferenz von Waldemar Gielzok, dem Vorsitzenden der Deutschen Bildungsgesellschaft vertreten. „Wir haben während der Konferenz erste Probleexemplare des deutsch-polnischen Geschichtelehrbuches zur Begutchatung erhalten. Das Lehrbuch wurde natürlich auch schon von namhaften Experten aus Deutschland und Polen rezensiert und erhielt sehr positive Beurteilungen”, sagt Waldemar Gielzok.

 

Antike bis Mittelalter

 

Das erste Band des Buches wurde bereits an das polnische Bildungsministerium sowie die Ministerien der einzelnen deutschen Bundesländer zur Beurteilung geschicht. „In Deutschland ist es etwas komplizierter, weil dort die Länder ihre Lehrprogramme autonom zusammenstellen, was natürlich auch Auswirkungen auf die Lehrbücher hat”, so der DBG-Vorsitzende. Der Weg zum gemeinsamen Geschichtsbuch war sowieso ein langer und schwieriger gewesen. Die deutsch-polnische Schulbuchkommission wurde schon 1972 gegründet. Doch erst das Jahr 2008 brachte eine positive Wendung in der Sache: Es konstituierte sich eine deutsch-polnische Projektgruppe, bestehend aus wissenschaftlichen und politischen Akteuren beider Länder. Das erste Band umfasst den Zeitrahmen von der Antike bis ins Mittelalter. Weitere vier Bänder sollen noch folgen. „Das erste Band ist für die erste Klasse des Gymnasiums vorgesehen. Ich bin davon überzeugt, dass sich das Lehrbuch für alle Schulen eignet, besonders aber für zweisprachige oder jene, wo Deutsch als Minderheitensprache unterrichtet wird”, meint Waldemar Gielzok.

 

Meinungsbildend, nich meinungsaufzwingend

 

Von der guten Qualität des Lehrbuches ist der DBG-Vorsitzende überzeugt. „Das Schulbuch ist so konzipiert, dass es dem Schüler keine Meinung aufzwingt, sondern ihm hilft, eine eigene zu bilden. Es enthält verschiedene Perspektiven, zeigt unterschiedliche Quellen, ermöglicht dem Schüler einen Bezug zur Gegenwart herzustellen. Es ist wirklich eine bahnbrechende Leistung”, so Waldemar Gielzok. Die Aussichten, dass das Lehrbuch schon ab dem Schuljahrbeginnt 2017 in die Schulen eingeführt werden kann, sehen nicht schlecht aus. „Wenn es klappt, wird es sicherlich eine neue Qualität in der Bildung bedeutet”, ist Gielzok überzeugt.

 

Anna Durecka

 

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