Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Saturday, February 4, 2023

Phantomumfrage

Der Abgeordnete Michał Gramatyka (Polska 2050) hat eine Anfrage an das Zentrum für die Entwicklung des polnischen Bildungswesens im Ausland (ORPEG) bezüglich einer Umfrage gestellt, die den Bedarf an Polnischunterricht in Deutschland ermitteln sollte. Das Zentrum stellt seine Ergebnisse jedoch nicht zur Verfügung, weil die Reichweite begrenzt war und nicht alle Interessierten erreicht wurden.

 

Nach Ansicht der Politiker von Polska 2050 zeigt dieser Zustand das Chaos, das durch die Streichung der Mittel für den Sprachunterricht an polnischen Schulen entstanden ist. Der Fall bezieht sich auf Mittel, die durch den Beschluss des Haushaltsgesetzes 2022 von der Subvention für den Unterricht von Deutsch als Minderheitensprache in Polen auf den Unterricht der polnischen Sprache in Deutschland übertragen wurden, wofür sich insbesondere der Abgeordnete der Solidarna Polska Janusz Kowalski und später auch der Bildungsminister Przemyslaw Czarnek eingesetzt hatten.

 

Michał Gramatyka
arch. UMWS

 

Eine im März 2022 auf der ORPEG-Website veröffentlichte Umfrage sollte Aufschluss über den tatsächlichen Bedarf der polnischen Gemeinschaft in Deutschland geben. Der Abgeordnete von Polska 2050 Michał Gramatyka fragte Ende November nach diesen Ergebnissen, doch in der Antwort heißt es, dass sich die Umfrage, die vom 11. bis 20. März auf der Website des Zentrums zu sehen war, an in Deutschland lebende Menschen richtete, die am Erlernen der polnischen Sprache und dem Unterricht in der polnischen Sprache interessiert sind. „Die fragliche Umfrage war von begrenztem Umfang und erreichte nicht alle Interessierten. Sie war nur als internes, vorläufiges Instrument zur Diagnose der Situation gedacht“, schrieb ORPEG-Direktorin Justyna Kralisz.

 

 

„Wir werden nicht herausfinden, wie viele Polen in Deutschland polnischen Sprachunterricht benötigen. Das Ministerium für Bildung und Wissenschaft wollte dies mit einer Umfrage überprüfen. Es wird die Ergebnisse nicht liefern – ‘irgendetwas lief da falsch’ …“, kommentierte der Abgeordnete Michał Gramatyka die Antwort auf seine Anfrage.

In dem Schreiben wurde jedoch auch darauf hingewiesen, dass „die ORPEG im Anschluss an die Untersuchung in Zusammenarbeit mit dem Außenministerium weitere Maßnahmen in dieser Hinsicht ergriffen hat“. Wir haben deshalb beim Zentrum nachgefragt, um welche Aktivitäten es sich dabei handelt und ob inzwischen bekannt ist, wie viele Menschen in Deutschland sich für das Erlernen der polnischen Sprache und am Unterricht in der polnischen Sprache interessieren. Wir warten auf eine Antwort.

ru

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