Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Prüfungsstelle „ein besonderer Erfolg“

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Über die Prüfungsstelle des Goethe-Institutes kann Vorsitzender Waldemar Gielzok (Mitte) besonders zufrieden sein. Foto: Łukasz Biły.
Über die Prüfungsstelle des Goethe-Institutes kann Vorsitzender Waldemar Gielzok (Mitte) besonders zufrieden sein. Foto: Łukasz Biły.

Der Rechenschaftsbericht und die Pläne für die weitere Tätigkeit standen auf dem Programm der Jahresversammlung der Deutschen Bildungsgesellschaft (DBG), die am 10. Juni in Oppeln stattfand. Während Erfolge nicht ausblieben, muss man sich in Zukunft auch den schwierigen Angelegenheiten in den Strukturen widmen.

 

Über ein Dutzend Projekte und Initiativen nannte die Referentin der DBG Martyna Halek als sie die Tätigkeit der Gesellschaft für das Jahr 2015 aufzeigte. Neben zahlreichen Workshops und Studienreisen engagierte sich die Gesellschaft vor allem in der Mitarbeit am ersten Schulbuch für Deutsch als Minderheitensprache, zu dem Einzelheiten diese Woche bei einer Konferenz in Oppeln genannt worden sind. Die Vorfreude auf das Projekt ist groß, da die deutsche Minderheit sich schon jahrelang für die Erarbeitung eins solches Buches eingesetzt hat. Dieses Buch soll es nun erlauben, den Unterricht effektiver und interessanter als es bisher der Fall war zu gestalten.

 

Als „sehr wichtig“ wurde auch ein Beschluss der Gesellschaft bezüglich der Teilnahme an der Gründung des Forschungszentrums der deutschen Minderheit genannt. Das Mitglied der Gesellschaft Marcin Gambiec sagt, der Beschluss sei ein „symbolisches Signal“, das den Willen zur Gründung eines solchen Zentrums in den Vordergrund bringt. Bei diesem Projekt wolle auch die DBG „unbedingt dabei sein“. Schon bei den Gesprächen am deutsch-polnischen Runden Tisch hat man die Gründung und Gestaltung eines solchen Forschungsinstitutes besprochene, jedoch bisher leider ohne Resultate, die die Interessierten  zufriedenstellen würden.

 

Ein besonderer Erfolg sei hingegen für die DBG die Tatsache, dass sie im letzten Jahr zur offiziellen Prüfungsstelle des Goethe-Institutes in Krakau wurde. Schon in den ersten Wochen seit der Bekanntgabe war das Interesse an Sprachprüfungen, die nun in Oppeln absolviert werden konnten, groß: „Aber auch jetzt gibt es ständig Interessierte für die Prüfungen. In der letzten Woche haben Schüler aus der Region in der DBG das „Fit1“-Examen absolviert. Das ist schon eine große Vereinfachung für die Menschen, dass sie nicht nach Krakau allein wegen diesen Prüfungen fahren müssen“, sagt Marcin Gambiec.

 

Wie Gambiec aber zugibt, sieht die Situation in der Gesellschaft nicht in allen Aspekten rosig aus. Ein Schatten, der auf die Strukturen fällt, seien manche Mitglieder. Zwar könne man die Mitgliederzahl nicht bemängeln, doch viele von ihnen – wie Gambiec sagt – „existieren nur auf dem Papier“, einige trotzt offizieller Mitgliedschaft seien sogar „schon längst im Ausland“ und so fielen auch die Mitgliedsbeiträge in der finanziellen Zusammenstellung eher bescheiden aus. Mit einem offiziellen Beschluss will die DBG nun die Mitgliederliste revidieren, um sich mehr der Realitäten anzupassen und sich damit im Rahmen der tatsächlich vorhandenen Kräfte zu konsolidieren.

 

Unter den wichtigsten Plänen für die neue Arbeitsperiode 2016/2017 nannte die Gesellschaft vor allem die traditionelle Sommerakademie, eine Schulungsreihe im Rahmen des Fachs „eigene Kultur und Geschichte“ sowie die Erstellung einer Datenbank von Orten, die mit dem Deutschtum verbunden sind und zum Beispiel als Ziel von Studienreisen während des Unterrichts gewählt werden können. Geplant ist auch die Konzipierung eines Stipendienprogramms.

 

Łukasz Biły

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