Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Sunday, July 3, 2022

Region neu entdecken

Nach einem gemäßigten Anfang bieten wir diesmal eine etwas größere Herausforderung an. Wir bleiben im Sudetenvorland und laden in die Umgebung von Nimptsch (Niemcza) ein. Uns erwarten etwa 20 Kilometer mit einigen Anstiegen.

Los geht es in Nimptsch, das mit der Landesstrasse 8 ganz leicht von Breslau aus erreichbar ist. Die Innenstadt bietet problemlos Parkmöglichkeiten und durch den Ring verläuft die gelbe Wanderroute, deren Zeichen kaum zu übersehen sein sollten. Das Städtchen selbst gehört zwar nicht zu den populärsten Reisezielen Niederschlesiens, ist aber mit seinen zahlreichen Sehenswürdigkeiten eine echte, obwohl etwas vergessene Perle für Geschichtsliebhaber.

 

Von der vergessenen Perle…

Der Wanderweg führt zunächst zu wichtigsten Gebäuden der Stadt. Zuerst sehen wir den Obertorturm mit Stadtmauerresten aus dem 15. Jahrhundert, danach die Mariä-Empfängnis-Kirche aus dem Jahre 1865. Weiter geht es durch den Ring, in dessen Zentrum sich das neoromanische Rathaus befindet. 1862 fertiggestellt, ist es von Mietshäusern aus derselben Zeit umgeben. Am Nimptscher Schloss kommen wir zwar nicht unmittelbar vorbei, wir können aber das Gebäude aus dem 16. Jahrhundert sehen, während wir den Stadtteich umrunden. Letztendlich erblicken wir die ehemalige protestantische Kirche aus dem Jahre 1612.

Der Wanderweg führt uns aus der Stadt heraus, innerhalb einer Stunde steigen wir ganz sanft etwa 50 Meter nach oben. Es geht eine Asphaltstraße entlang und sobald wir am Waldrand ankommen, erwartet uns die geheimnisvolle Tatarenschanze. Es handelt sich um eine Burgruine, die etwa 1,6 Hektar groß ist. Bislang ist nicht klar, aus welchem Zeitalter diese stammt. Spekuliert wird sogar über das 9. Jahrhundert. Immer populärer wird jedoch die Ansicht, dass es sich um Reste des Armeelagers vom Kaiser Heinrich II. aus dem Jahre 1007 handelt. Wer Lust hat, kann diesen über 1000 Jahre alten Ort mit Hilfe eines Lehrpfades erkunden.
          

 
…zum vergessenem Kurort

Weiter geht es mit der grünen Wanderroute. Wir biegen links ab und spazieren die nächsten eineinhalb Stunden durch Wälder, die mehrere Hügel bewachsen. Wir besteigen zwei von davon, darunter den Schindel-Berg, der mit 377 Metern der höchste von ihnen ist. Die Anstiege hier betragen insgesamt etwas über 150 Meter, bei schwacher Ausdauer bemerkt man also schon die Anstrengung. Den Höhepunkt dieses Teilstückes bildet der Basalt-Steinbruch Schobergrund (Kośmin). Diesen imposanten Tagebau bekommen wir von oben zu sehen.

An der Kreuzung mit dem schwarzen Wanderweg angekommen, biegen wir links ab. Die neue Route führt uns innerhalb von circa 50 Minuten etwa 100 Meter nach unten. Auf diese Weise kommen wir in Bad Dirsdorf (Przerzeczyn-Zdrój) an. Dieser Kurort ist mittlerweile etwas in Vergessenheit geraten und ist bestimmt nicht der erste, den wir mit der Region assoziieren. Dabei hat er eine über 200 Jahre lange Geschichte – bereits 1802 hat Graf von Pfeil hier das erste Badehaus errichtet.

Die schwarzen Zeichen führen uns an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten des Ortes vorbei. Wir sehen die Pfarrkirche der Mutter Gottes, der Königin von Polen aus dem 13. Jahrhundert, den Friedhof mit der Familiengruft der Familie von Pfeil und den Kurpark. Sobald wir das Dorf verlassen, haben wir schon den nächsten Gipfel in Sicht.

 

Fortsetzung folgt
Łukasz Malkusz

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