Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Thursday, August 18, 2022

Reiselust und Bildungsdrang

Pastor Karol Niedoba berichtet auf dem evangelischen Friedhof in Graudenz über das Gemeindeleben. Foto: Mirka Chmielińska
Pastor Karol Niedoba berichtet auf dem evangelischen Friedhof in Graudenz über das Gemeindeleben.
Foto: Mirka Chmielińska

Westpreußen konsolidieren sich durch Zuwendungen des Verbandes der deutschen Gesellschaften. Deutsche aus Danzig und Graudenz (Grudziądz) setzten sich mit dem Thema: „Das Leben der Deutschen und Polen im Korridor 1919 – 1939“ auseinander.

 

Am 25. Juni kamen 50 Mitglieder der deutschen Verbände aus Danzig, Gdingen, Dirschau (Tczew) und Graudenz zusammen. Benedikt Reschke, Vorsitzender der Deutschen Bevölkerung in Gdingen, hielt einen Vortrag zum Thema „Leben der Deutschen und Polen im Korridor 1919-1939“. Er sprach darüber, dass, obwohl die Deutschen und Polen bis September 1938 friedlich miteinander lebten, der Wunsch nach exterritorialen Verkehrswegen vom Reichsgebiet nach Ostpreußen und Danzig unumgänglich war. Ende September 1938 eskalierten die Spannungen zwischen beiden Ländern. Am 30. August 1939 unterbreiteten die Deutschen einen erneuten Vorschlag, dieser war bis 24:00 Uhr gültig, aber es gab keine Antwort aus Warschau. Fünf Stunden später löste dies den Zweiten Weltkrieg aus, berichtete Reschke.

 

Stadtführung mit Gedenkfeier

 

Eine Stadtführung unternahm der Graudenzer DfK-Vorsitzende Andreas Gehrke. Er führte die Deutschen u.a. in die evangelische Kirche, wo Pastor Karol Niedoba die Geschichte der Gemeinde erzählte. Auf dem evangelischen Friedhof zu Graudenz hielt Pastor Niedoba eine Andacht. Blumen wurden am Grab der in den Kriegen Gefallenen niedergelegt. „In unserer Erinnerung bleiben  achttausend Deutsche aus Westpreußen und Hinterpommern, die ihre Leben im sowjetischen Lager Graudenz verloren haben“, so Reschke.

 

Lust auf Mehr

 

Nächstes Jahr möchten die Danziger ein Treffen mit Deutschen aus Konitz (Chojnice) in der Kaschubei organisieren. Inspiration dafür holten sie sich am 6. Juli in Karthaus (Kartuzy). Diese Fahrt haben die Danziger selbst finanziert. „Eine faszinierende Landschaft, viele Seen und Wälder. In der Stadt besuchten wir vorwiegend sakrale Bauten“, so Mirka Chmielińska vom DfK Danzig. Die junge Frau freut sich, wenn die vorwiegend älteren Mitglieder soviel Reise- und Lernlust aufbringen. Der Besuch in Karthaus war die letzte Reise der Danziger vor der Urlaubspause in der Begegnungsstätte, aber nicht die letzte Veranstaltung. „Unser engagiertes Mitglied Leonore Grzeszczak wird am 26. Juli 85 Jahre alt. Klar dass wir den Geburtstag im Klub gebührend feiern wollen. Vor allem aber, wollen wir Leonore für die vielen Jahre danken, die sie für die Gesellschaft gearbeitet hat!“, freut sich die DFK-Buchhalterin Mirka Chmielińska.

 

Klaudia Kandzia

 

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