Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Friday, October 7, 2022

Sagenumwobene Schätze

Die Burg Habendorf (Owiesno) überstand 600 Jahre und mehrere Kriege. Nachdem sie aber nach dem Zweiten Weltkrieg ihrem Schicksal überlassen wurde, verwandelte sie sich innerhalb einiger Jahrzehnte in eine Ruine, die heute nicht mehr zu retten ist. Dabei ist es die einzige Burg auf dem Gebiet des heutigen Polens, die einen kreisförmigen Grundriss hat.


Die Burg wurde vermutlich Anfang des 14. Jahrhunderts von Siegmund von Pogarell gebaut. Die von Pogarell waren ein altes schlesisches Adelsgeschlecht. Einer der bekanntesten Vertreter dieser Adelsfamilie war Preczlaw von Pogarell, der 1341 zum Bischof von Breslau erwählt wurde. Sein Vater stammte übrigens aus der Habendorfer Pogarell-Linie. Eine Burg gab es in Habendorf wahrscheinlich noch früher als die Wasserburg der von Pogarell. Sie wurde vermutlich von den Kreuzrittern erbaut. An deren Stelle ließ Siegmund von Pogarell dann seine Wasserburg bauen.

Die Burg wurde vermutlich Anfang des 14. Jahrhunderts von Siegmund von Pogarell gebaut.
Foto: Wikipedia

Geschichten von Löchern im Wald
Die Burg Habendorf wechselte noch mehrere Male den Besitzer. 1579 gelangte sie in den Besitz der Familie von Bock aus Güttmannsdorf. Die nächsten Besitzer waren die Herren von Nimptsch und dann die Herren von der Heyde. Später waren Vertreter der Adelsgeschlechter von Seydlitz und von Pawlowitzke Besitzer von Habendorf. Der letzte Besitzer des Schlosses, Adolf von Seidlitz Sandreczki, fiel am 2. Mai 1945 in Breslau.

Das Wappen der Familie von Pogarell
Foto: Wikipedia

Ab 1945 gehörte die Burg dem polnischen Staat. Noch lange aber erzählte man sich in der Gegend Geschichten über angebliche Schätze, die die von Seidlitz im benachbarten Park und Wald verstecken ließen. Angeblich bestellte Adolf Seidlitz beim Dorfschmied sechs große mit Blech beschlagene Truhen. Und noch Jahre nach dem Krieg sollen im Dorf Deutsche gesichtet worden sein. Nach deren Abreise haben die Einheimischen angeblich tiefe Löcher im Wald entdeckt. Auch im Schloss gab es Verstecke. Dort hat man unter anderem alte Weinflaschen gefunden. Die herrenlose Burg verfiel im Laufe von weniger als 30 Jahren zu einer Ruine.

Auch sehenswert
Eine andere Sehenswürdigkeit in Habendorf ist die katholische Filialkirche der Heiligen Dreifaltigkeit. Sie wurde 1581–1583 als Saalkirche errichtet und im 18. Jahrhundert umgebaut. Der Hauptaltar mit dem Gemälde der Hl. Dreifaltigkeit ist von 1730. Stifter der Kirche war der Gutsbesitzer Friedrich von Bock. Die Epitaphien von ihm und seinen zwei Frauen befinden sich in der Kirche.

Anna Durecka

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