Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Tuesday, January 18, 2022

Schloss mit einem Schatz

Die Gemeinde Guhrau (Góra) in Niederschlesien ist ein Paradies für jeden Geschichtsliebhaber. Schlösser, Gutshäuser, alte Villen, Parkanlagen, Friedhöfe. Jedes Dorf der Gemeinde birgt ein spannendes Objekt. Wo immer man hinschaut, kann man die Geschichte hautnah erleben.


Fast in jedem der 35 Dörfer der Gemeinde befindet sich ein Schloss oder ein Gutshaus. Die meisten sind leider inzwischen völlig zerstört. Für einige bestünde Hoffnung, sollte sich bald ein Investor finden. So ein Fall ist das Dorf Osten (Osetno).

 

Schloss Osten (Osetno) in der Gemeinde Guhrau (Góra)
Foto: Wikipedia

Nicht ganz aussichtslos
Hier wurde 1550 ein Schloss im Renaissance-Stil erbaut. Wahrscheinlich war es ursprünglich von einem Festungsgraben umgeben. Das Schloss wurde mehrmals umgebaut. Nach dem Zweiten Weltkrieg beherbergte es die Agentur für Landwirtschaftseigentum. Danach wurde es von einem privaten Investor gekauft, der immerhin ein neues Dach errichtet hat. Das hat dem Schloss wahrscheinlich das Leben gerettet. Leider konnte der Eigentümer seine Pläne nicht vollenden und verkaufte das Schloss. Seitdem steht es leer. Diebe haben zuvor schon alles, was wertvoll war, aus dem Schloss gestohlen. Das wertvollste Objekt ist jedoch erhalten geblieben. Vielleicht, weil es nicht leicht wäre, es zu rauben oder zu verkaufen.

 

Das Schloss hat auch noch eine schöne Turmuhr. Natürlich ohne die Uhr. Die wurde nämlich gestohlen.
Foto: Wikipedia

Johann Pohl’s Werk
Während des Umbaus des Schlosses in den Jahren 1615-1620 wurde ein reich verziertes Hauptportal angefertigt. Es ist das Werk eines herausragenden schlesischen Bildhauers: Johann Pohla aus Glogau, ein Vertreter des Manierismus. Pohls Werkstatt spezialisierte sich auf die Anfertigung von Portalen für adelige Residenzen, Kirchen und Mietshäuser. Pohl hat auch Grabsteine für Angehörige des schlesischen Adels hergestellt. Charakteristisch für seine Werke war der Reichtum an dekorativen Elementen aus der Welt von Flora und Fauna. Neben dem Portal am Schloss Osten sind noch einige seiner Werke in Niederschlesien erhalten geblieben, so etwa das südliche Portal an der Kirche des heiligen Martin in Jauer, das Portal am Schloss in Mondschütz (Mojęcice) oder der Grabstein der Helena von Kittlitz in Großkauer (Knurów Wielki). Auf dem Portal in Osten befindet sich sogar die persönliche Signatur des Meisters. Über dem Portal hängt die Kartusche mit den Wappen der Eigentümer des Schlosses: der von Haugwitz und der von Kreckwitz. Das Schloss hat auch noch eine schöne Turmuhr. Natürlich ohne die Uhr. Die wurde nämlich gestohlen.

Anna Durecka

 

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