Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Sunday, December 4, 2022

Suche nach Lösungen

Der Unterricht von Deutsch als Minderheitensprache in den Schulen, der ab September von drei auf eine Stunde wöchentlich verringert werden soll, war das Hauptthema der heutigen (18.03.) Gespräche von Vertretern der deutschen Minderheit mit Staatssekretärin Juliane Seifert im Bundesinnenministerium.

 

Bernard Gaida, Vorsitzender des Verbandes deutscher Gesellschaften, sowie sein Stellvertreter Rafał Bartek, Vorstandsmitglied Maria Neumann und die Vertreterin des Bundes der Jugend der deutschen Minderheit Weronika Koston sprachen mit Juliane Seifert aber zunächst über die Lage in der Ukraine. So konnten die Vertreter der deutschen Minderheit über ihre Initiativen berichten, u.a. Spendenaktionen sowie die Aufnahme von Flüchtlingen z.B. im Eichendorff-Zentrum in Lubowitz.

 

Perspektive der Jugend

Hauptthema war allerdings der Deutschunterricht. Finanzierungseinschnitte im Bereich des minderheitensprachlichen Unterrichts generell hat bereits im Dezember der polnische Sejm beschlossen. Das Bildungsministerium hat dann gemäß der Idee des Initiators der Kürzungen, des Oppelner Abgeordneten der Partei Solidarna Polska Janusz Kowalski, nur die Finanzierung des Deutschunterrichts verringert und die Anzahl der wöchentlichen Unterrichtsstunden von drei auf eine heruntergesetzt.

Die Vertreter der Minderheit betonten daher im Gespräch den diskriminierenden Charakter der Entscheidung, die Konsequenzen für die Zukunft und informierten die Staatssekretärin über die unternommenen Schritte, um diese Entscheidung rückgängig zu machen.

 

„Ich persönlich wollte auch die Perspektive des jungen Menschen darstellen. Die Möglichkeit, neun Jahre lang Deutsch als Minderheitensprache zu lernen, war nicht nur wichtig für meine Identität, sondern auch eine Chance und eine Tür zu neuen Möglichkeiten und beruflichen Perspektiven“,

 

sagt Weronika Koston.

 

Ausweg

Daher wolle man gemeinsam – die deutsche Minderheit und das Bundesinnenministerium – nach einem Ausweg suchen. Konkrete Lösungsvorschläge fielen bei diesem Gespräch nicht. „Frau Seifert hat aber unterstrichen, dass die Unterstützung der deutschen Minderheit von zentraler Bedeutung für Sie und das BMI ist. Und das ist unserer Meinung nach das Wichtigste“, meinte kurz nach dem Treffen die BJDM-Vertreterin Weronika Koston.

In dieser Woche sollte es auch eine zweite Gesprächsrunde zwischen Vertretern der deutschen Minderheit und des polnischen Bildungsministeriums zum Thema Deutschunterricht geben.

Rudolf Urban

 

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