Zwischen Trauma und Tradition: Eine Reise zu den Spuren der Oberschlesischen Tragödie 1945.
Oberschlesien
Das schlesische Schicksal der polnischen Fürstin, die keinen Deutschen wollte
Auf literarischen Umwegen
Die Legende von Wanda, der Fürstin aus Krakau, die „keinen Deutschen wollte“, gehört zu den bekanntesten polnischen Nationalmythen. Ihre Geschichte kennt wohl jedes polnische Kind: Die schöne Herrscherin weist die Hand eines deutschen Fürsten zurück, und als dieser ihr mit Krieg droht, stürzt sich Wanda in die Weichsel, um Ehre und Land zu retten.
Deutscher Vorläufer: SV 03 Ratibor
Oft begegnet man der Frage, welcher Fußballverein der „schlesischste“ in Oberschlesien sei. Für die einen ist es Ruch Chorzów oder Szombierki Bytom, für andere Górnik Zabrze, Polonia Bytom, GKS Tychy oder sogar GKS Katowice beziehungsweise ROW Rybnik. Die Meinungen sind vielfältig und jede wird mit entsprechenden Argumenten untermauert.
Wie alles in Oberschlesien begann.
Die Oberschlesische Tragödie ist eines der dunkelsten Kapitel in der Geschichte Schlesiens. Jedes Jahr im Januar gedenken die Bewohner der Region dieser traumatischen Ereignisse im Zusammenhang mit dem Einmarsch der Roten Armee und dem Vorgehen der Nachkriegsbehörden. Am Sonntag, dem 18. Januar, fanden in Gleiwitz feierliche Gedenkveranstaltungen zum 81. Jahrestag der Oberschlesischen Tragödie im Gleiwitzer Land statt.
Es gibt Orte, zu denen wir nicht zurückkehren, um sie einfach noch einmal zu besuchen, sondern um ihre Atmosphäre wieder zu spüren und erneut in jene Zeit einzutauchen, als dank neuer Eisenbahnverbindungen eine Phase rasanter Entwicklung begann und die Zeit des Aufschwungs der lokalen Gastronomie wie ein Wirbelsturm hereinbrach.
Neue Ausstellung in der Willa Caro in Gleiwitz
Schon morgen wird in der Willa Caro – der Kunstlesehalle des Museums in Gleiwitz – die Ausstellung „Heimat i hajmat. Oberschlesien in der Vorkriegsfotografie aus den Sammlungen des Museums in Gleiwitz“ eröffnet. Die Präsentation zeigt einen digitalisierten Ausschnitt einer einzigartigen Fotosammlung, die auf Glasplatten festgehalten wurde und aus den Vorkriegsbeständen des Museums in Gleiwitz stammt. Die Sammlung ist eng mit der Tätigkeit des Verlages Heimatverlag Oberschlesien verbunden.
Eisenbahn und Gastronomie scheinen einst wie heute eng miteinander verbunden zu sein. Mit der Gründung der privaten Oberschlesischen Eisenbahn (OSE), deren Ziel es war, Breslau mit Oberschlesien zu verbinden, war von Anfang an eines klar: Fernreisen verlangten nach einer passenden Infrastruktur. In der Mitte des 19. Jahrhunderts wuchsen die schlesischen Eisenbahnverbindungen sprichwörtlich wie Pilze nach dem Regen. Neue Bahnhöfe entstanden, und mit ihnen Wartesäle sowie kleinere oder größere gastronomische Einrichtungen.
Ungehört. Geschichten, die verschwiegen wurden
Rosmarie Becker aus Pommern, Edith Gleisl aus Ostpreußen, Friederike Niesner aus Mähren, Gertrud Müller aus Oberschlesien, Emma Weis aus Mähren und Ria Schneider aus der Batschka. Sechs verschiedene Frauen, sechs verschiedene Lebensgeschichten. Und dennoch etwas, das sie alle verbindet: Alle sechs mussten nach dem Zweiten Weltkrieg ihre Heimat verlassen.
Mit Zug zur Literatur
Wer im Oberschlesischen Industriegebiet Bus und Bahn nutzt, dem wird Morgenroth/Chebzie zumindest indirekt bekannt sein. Der im Norden von Schlesisch-Ruda gelegene Stadtteil ist mit Straßenbahnwendeschleife und Bahnstation ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Seit einigen Jahren ist der Bahnhof auch bei Bücherfreunden beliebt.











