Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Thursday, July 7, 2022

Unsere Stärke: Humankapital – 30 Jahre Stiftung für die Entwicklung Schlesiens

Mit dem Abgeordneten Ryszard Galla, Ratsvorsitzender der Stiftung für Entwicklung Schlesiens, sprach Krzysztof Świerc

 

Am 2. Dezember ist die Stiftung für die Entwicklung Schlesiens 30 Jahre alt geworden. Wie beurteilen Sie rückblickend die Gründung dieser Institution? Hat sie die Aufgaben, für die sie ins Leben gerufen wurde, erfüllt?

Das Hauptziel der Gründung der Stiftung bestand darin, die von deutscher Seite zur Verfügung gestellten finanziellen Mittel sinnvoll für die Unterstützung der Deutschen Minderheit in Polen einzusetzen, was auch gelungen ist. Ein weiteres wichtiges Ziel war die Schaffung einer unternehmensorientierten Institution in der Region Oppeln, die über große finanzielle Erfahrung bei der Unterstützung von Unternehmen verfügt. Auch dies konnte erreicht werden. Darüber hinaus hat die Stiftung seit ihrer Gründung konsequent und erfolgreich ihre finanzielle Stabilität aufgebaut und ist gleichzeitig zu einem beispielhaften Bestandteil der polnischen EU-Beitrittspolitik geworden.

 

Die frühen 1990er Jahre waren ganz anders als heute. Ist die SES Ihrer Meinung nach auf der Höhe der Zeit und erfüllt sie noch den ihr übertragenen Auftrag?

Seit ihrer Gründung ist die Stiftung mit der Zeit gegangen und tut dies auch weiterhin, indem sie versucht, Lösungen und Antworten auf die Fragen zu finden, was wo und wie getan werden kann. Der Wandel, der sich im Laufe der Jahre in dieser Einrichtung vollzogen hat, wird durch den modernen Charakter der heutigen Räumlichkeiten verdeutlicht.

 

Was war und ist die größte Stärke der SES?

Humankapital und nochmals Humankapital! Dies ist der Faktor, der die herausragende Stärke des SES bestimmt. Die Erfahrung, die unsere Mitarbeiter hatten und haben, zahlt sich in jeder Phase unserer Tätigkeit aus. Dies geschieht nicht nur zu dem Zeitpunkt, wo wir uns für bestimmte Projekte bewerben, sondern auch während ihrer Durchführung. Dadurch steht die Stiftung nun auf Platz 9 unter 85 großen Darlehensfonds in Polen! Das macht uns glücklich und stolz.

 

Businesszentrum der Stiftung für die Entwicklung Schlesiens.
Foto: FRŚ

 

Welche Richtung sollte die Stiftung in den kommenden Jahren einschlagen, um ihre dynamische Entwicklung fortzusetzen?

Die Region Oppeln braucht sehr starke regionale Institutionen in Form von Banken oder solchen, die den Charakter einer Bank erfüllen. Dies wurde in der Vergangenheit nicht nur von der Deutschen Minderheit, sondern auch von den regionalen Behörden und ebenso von Erzbischof Alfons Nossol nachdrücklich betont. Heute kann ich sagen, dass die SES in ihrer Funktion für die Region Oppeln sehr wichtig geworden ist. Deshalb wünsche ich mir und der gesamten Region, dass sie sich weiter in diese Richtung entwickelt, wobei ich natürlich die Interessen der deutschen Volksgruppe im Hinterkopf habe, die ein wichtiger Partner im öffentlichen Leben Oppelns und darüber hinaus ist.

 

 

Welche Bedeutung hat die Stiftung? Meinungen:

 

Bernard Gaida, Vorsitzender des VdG: Die Deutsche Minderheit ist Gründerin der Stiftung für die Entwicklung Schlesiens, und das sollten wir immer unterstreichen. Anfangs war es eine Unterstützung der Strukturen der deutschen Minderheit in ganz Polen, alle Fördermittel sind über die Stiftung gelaufen. Mit der Zeit hat sich die Rolle der Stiftung geändert, jedoch ist der VdG immer noch enger Partner der Stiftung für die Entwicklung Schlesiens. Uns ist wichtig, dass wir auf die Fachkräfte, den Professionalismus der Stiftung zählen können. Mich freut die allerneueste Initiative der Stiftung, dass sie jetzt unseren Organisationen anbietet, die komplette Buchhaltung zu führen. Das kann ich unseren Organisationen nur empfehlen. Dort haben wir also zwei Bereiche, die uns sehr wichtig sind: das Wissen über die Buchhaltung und über die Spezifik der Deutschen Minderheit. Und das hat die Stiftung anderen Firmen, die ähnliche Dienstleistungen anbieten, voraus.

 

Renate Zajączkowska, DSKG Breslau: Die DSKG Breslau war eines der Gründungsmitglieder der Stiftung für die Entwicklung Schlesiens. Die Stiftung ist eine wunderbare Institution für die Bewohner der schlesischen Woiwodschaften. Sie hat bisher so viel Gutes getan und tut es weiter, vor allem in der Wirtschaftsförderung. Was die deutsche Minderheit angeht, haben wir dank der Stiftung 1998 den Sitz unserer Breslauer Gesellschaft kaufen und später komplett renovieren können. Zwei Jahre nach dem Kauf konnten wir als Gesellschaft dort einziehen und nutzen das Haus bis heute. Es ist ein wunderbares Haus, hier können wir alle unsere Projekte realisieren, vom Chortreffen bis zum Deutschsprachkurs für die Kinder. Wir sind der Stiftung dafür sehr dankbar. Ich war ja 11 Jahre Mitglied des Stiftungsrates und ich kann mich erinnern, wir hatten immer eine gute Zusammenarbeit zwischen dem Rat und den Mitarbeitern der Stiftung

 

Rafał Bartek, Vorsitzender der SKGD Oppeln: Die Stiftung ist aus vielen Gründen entscheidend für die Entwicklung der Region. Einerseits war sie die erste Stiftung, die wirklich im Bereich Wirtschaft tätig war – und das schon in den 1990er Jahren, wo es unglaublich wichtig war, dass es überhaupt eine Unterstützung gibt. Zweitens hat sie sich entwickelt zu einem vertrauensvollen Partner sowohl für die Regierungen Polens und Deutschlands als auch für die regionale Selbstverwaltung sowie für Unternehmer und die Wirtschaft an sich in der Region. Nur deshalb konnten wir uns als Region so entwickeln, weil es eben die Stiftung für die Entwicklung Schlesiens gibt.

 

Szymon Ogłaza, Mitglied des Vorstands der Woiwodschaft Oppeln: Aus der Sicht der Selbstverwaltung der Woiwodschaft Oppeln sehe ich zwei Dimensionen der Tätigkeit der Stiftung für die Entwicklung Schlesiens. Erstens: 30 Jahre Erfahrung und Arbeit zum Nutzen der Unternehmer in der Woiwodschaft Oppeln. Für unsere Unternehmer ist die Stiftung ein Darlehensfonds, d. h. ein stabiler Unterstützungspartner. Dies ist äußerst wichtig, wird aber leider manchmal unterschätzt. Wir haben in der Woiwodschaft eine Institution, an die man sich wenden kann, um als Klein- oder Mittelunternehmen Unterstützung zu erhalten. Es handelt sich dabei zwar um ein Darlehen, aber immer zu einem niedrigen Zinssatz. Der zweite Aspekt ist unsere Zusammenarbeit als Selbstverwaltung der Woiwodschaft mit der Stiftung als Träger unserer Unterstützung. Von Anfang an, nachdem erste Darlehensgelder als rückzahlbare Instrumente aus EU-Mitteln bereitgestellt wurden, hat die Stiftung für die Entwicklung diese Unterstützung stets mitgetragen. Seit Kurzem fungiert die Bank Gospodarstwa Krajowego hierbei als Vermittler. Von unserer Seite aus – und ich denke, ich kann hier auch für die BGK sprechen – ist die Stiftung ein äußerst zuverlässiger Partner. Dies ist heutzutage sehr wichtig, da wir uns dem Ende der finanziellen Vorausschau nähern, in der wir mehrere Träger von EU-Mitteln hatten und die Erfahrungen sehr unterschiedlich sind. Und unsere Erfahrungen aus der Zusammenarbeit mit der SES sind eindeutig: Wir haben nie Zweifel an der Zuverlässigkeit ihrer Arbeit gehabt.

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