Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Verrücktestes Straßenspektakel Niederschlesiens

Künstler aus Polen, Belgiern, Chile, Frankreich, Israel, der Niederlande, Österreich, Spanien, der Ukraine und der Mongolei werden vom 4. bis zum 6. Juli Ost- und Westgörlitz unsicher machen. Das Gerhart Hauptmann Theater Görlitz/Zittau füllt mit dem ViaThea die Neißestadt mit Kunst und Kultur.

Leitet das ViaThea-Festival: Christiane Hoffmann vor dem Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz. 
Fotos: K. Kandzia

Aktion, Schrilles, Gaukler und Schausteller haben die Görlitzer auf beiden Neißeufern seit 1995 liebgewonnen, wobei die Idee ursprünglich aus Hirschberg im Riesengebirge (Jelenia Góra) abgeschaut wurde – dort feierte das Vorbild 1982 seine Geburtsstunde.

Eine Zusammenarbeit mit dem Regionalen Kulturzentrum Hirschberg bestand bereits „und es gab eine polnische Theaterpädagogin, die damals in Görlitz arbeitete. Mein damaliger Kulturamtsleiter, Stefan Waldau, kannte sie und sagte, ‚Straßentheater, ja das machen wir‘“, erinnert sich Christiane Hoffmann, die Leiterin des Festivals ViaThea.

Vom 4. bis zum 6. Juli werden diesmal 30 Künstlergruppen aus 16 Ländern die Stadt bespielen. Neue Spielorte gibt es in diesem Jahr auch, freut sich die Veranstalterin. So wird erstmals der Neiße-Park, also das Einkaufszentrum, einbezogen, damit auch die Einwohner, die weiter entfernt von der Innenstadt wohnen, etwas vom ViaThea haben.

Das Gerhart-Hauptmann-Theater organisiert vom 4. bis zum 6. Juli zum 28. Mal das Straßentheaterfestival ViaThea auf beiden Seiten der Neißestadt Görlitz.

In der Innenstadt kommt der Platz der Friedlichen Revolution an der Frauenkirche als Station dazu. Auf polnischer Seite wird diesmal neben dem Kulturhaus (Ruhmeshalle) auch am Griechischen Boulevard (Bulwar Grecki) Straßentheater geboten. Für den wiedergewählten Stadtpräsidenten von Ostgörlitz (Zgorzelec) Rafał Gronicz ist der Ort besonders passend. „In unserem Teil der Stadt leben mehrere Nationen, wobei Griechen ganz besonders stark bei uns verwurzelt sind. Das führt dazu, dass wir offen für Kulturen aus aller Welt sind. Unsere Bewohner machen bei allen Kulturveranstaltungen der Europastadt rege mit“, sagt Gronicz. Er selbst sei jedes Jahr beim ViaThea dabei und treffe dort immer wieder Bekannte aus Polen und viele Menschen, die Tschechisch sprechen.


Picknick im Stadtpark

Regt die Fantasie der Kinder an: Autor und Zeichner Thomas J. Hauck
Fotos: K. Kandzia

Ein Highlight ist dieses Jahr wieder die Berliner Gruppe Tridicolous mit drei Männern, die mit Humor, Artistik, Muskelkraft und Tanz beeindrucken möchten. Besonders stolz ist Christiane Hoffmann auf die Künstlergruppe aus der Mongolei, die unter anderem die Pferdekopfgeige Morin Khuur mitbringt. Die Mongolische Bugan Band ist eine Gruppe, die sich auf die Kombination von traditionellen mongolischen und weltweiten musikalischen Einflüssen spezialisiert. Ihre Musik vereint mongolische Folkloreinstrumente mit zeitgenössischen elektronischen Genres wie Ethnic House, Techno und Tropical House.

„Für viele Besucher ist das Picknick im Stadtpark ein immer wieder besonderes Erlebnis. Deshalb möchten wir diesmal den Park besonders würdigen, den der preußische Gartenkünstler Lenné vor 200 Jahren aus einer baumlosen Viehweide gestaltet hatte”, erklärt Hoffmann und möchte den Besuchern einen Picknickkorbwettbewerb mit Preisen für die drei am besten gefüllten Körbe schmackhaft machen.

Doch auch Künstler der vergangenen Jahre sind wieder dabei. So ein Publikumsliebling, das deutsch-polnische Iskrakabinett aus Niederschlesien, das mit seiner Feuerartistik die Herzen der Besucher erobert.

Fortsetzungsgeschichte

Ortswechsel: Stelzenläufer aus dem polnischen Stadtteil ziehen über die Altstadtbrücke ein.
Fotos: K. Kandzia

Thomas J. Hauck, der Schriftsteller, Filmemacher, Zeichner, Maler und Kinderbuchautor, wird dieses Jahr auch wieder mit Kindern arbeiten. „Hauck braucht lediglich einen Tisch, einen Stoß Papier, Stifte, Malutensilien und schon dichtet er mit den Kleinen Neues zusammen. Er schreibt an allen drei Tagen mit polnischen und deutschen Kindern eine Fortsetzungsgeschichte“, verspricht Hoffmann. Daraus entsteht ein Buch. Das deutsch-polnische Rübezahlbuch aus dem letzten Jahr, mit Haucks Rübezahl-Gedanken und Kinderzeichnungen, wurde durch das Schlesische Museum zu Görlitz gefördert. Darüber freut sich Christiane Hoffmann, denn das Thema Schlesien war für sie seit der Kindheit präsent. „Meine Vorfahren kommen aus einem schlesischen Dorf hinter Breslau. Dort sind wir regelmäßig hingefahren, haben den Pfarrer besucht und waren auf dem Friedhof. Meine geliebte Tante hatte ihre Erinnerungen an Schlesien, auch die Flucht nach Herrnhut, aufgeschrieben und ich durfte sie lesen. Daher weiß ich viel. Die schlesische Geschichte hat sich für mich so durchgezogen. Deshalb war ich immer bemüht, mehr zu erfahren und es begleitet mich. Es ist ja irgendwo meine Geschichte.“

Das Programm ist als Download und ab dem 8. Juni als Heft verfügbar. Informationen auf www.viathea.de.

 

kan

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