Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Monday, November 28, 2022

Viel Arbeit und viel Spaß

 

Bereits zum siebten Mal hatte die Landsmannschaft Ostpreußen junge Tanzbegeisterte der deutschen Minderheit in Ermland und Masuren zu einer Werkstatt nach Heilsberg eingeladen. 60 Teilnehmer trainierten intensiv unter zwei Trainerinnen aus Tanzgruppen der deutschen Minderheit in Schlesien.

 

Die jungen Tänzer üben gerade die „Quadrille“. Foto: Uwe Hahnkamp

 

 

 

Die Volkstanzwerkstatt hat sich seit ihren Anfängen rasant entwickelt. Musste Organisatorin Edyta Gładkowska vom Büro der Landsmannschaft Ostpreußen in Allenstein beim ersten Mal mühselig Teilnehmer suchen, waren in diesem Jahr die Listen voll, sobald die erste Information bekannt wurde. „Es gab deutlich mehr Interessierte als Plätze, aber mehr als zwei Gruppen mit maximal dreißig Personen pro Gruppe sind einfach nicht drin“, bedauert Edyta Gładkowska. Und das gehe auch nur, weil das Hotel „Górecki“ in Heilsberg (Lidzbark Warmiński) zwei große Säle für Tanzveranstaltungen hat.
In diesem Jahr konnten zwei Trainerinnen aus Schlesien gewonnen werden. Aldona Krupa-Gawron leitet im Ratiborer (Racibórz) Land die Kulturgesellschaft „Źródło“ und die dortigen Tanzgruppen mit insgesamt 300 Personen. Zuzanna Szczepańska ist seit 14 Jahren Tänzerin und seit vier Jahren Leiterin der Gruppe „WalNak“ aus Schulenburg (Walidrogi) im Kreis Oppeln. Sie brachten den Kindern und Jugendlichen unter anderem eine Quadrille und den Reifentanz bei. Dieser letzte habe eine interessante Entstehungsgeschichte, so Aldona Krupa-Gawron: „Wenn früher bei der Herstellung von Reifen für Fässer einer davon zersprang, nahm man ihn in die Hand und begann damit zu tanzen.“ Für den Tanz sind dafür aber zerschnittene Hula-Hoop-Reifen geeigneter.

 

Beide merkten schnell, dass die Teilnehmer auf intensive Arbeit eingestellt waren und die jungen Tänzer etwa in der Regionaltanzgruppe „Saga“ aus Bartenstein (Bartoszyce) oder „Mała Warmia“ von der Grundschule in Groß Lemkendorf Erfahrung hatten. „Man sieht es an der Disziplin, sie können zuhören und Erklärungen umsetzen. Und sie haben Gefühl für Rhythmus und Paarbewegung“, loben sie. Am Ende der arbeitsreichen Tage stehen als Ergebnis sieben neu gelernte Tänze zu Buche.
Ebenso wie die Kinder und Jugendlichen war Irena Ruszczyk mit Freude dabei. Sie leitet bei der Altersuniversität in Heilsberg eine Volkstanzgruppe und wollte als Gast der Werkstatt auch einmal deutsche Tänze kennenlernen. „Dieses Interesse von außerhalb der deutschen Minderheit freut uns natürlich“, so Edyta Gładkowska, „es zeigt, dass unsere Arbeit hier wahrgenommen wird.“

 

 

Uwe Hahnkamp

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