Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Wort zum Sonntag

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Wochenblatt – Wort zum Sonntag – 16.04.2023

Zweiter Sonntag der Osterzeit – A

1. Lesung: Apg. 2,42-47
2. Lesung: 1. Petr. 1,3-9
Evangelium: Joh. 20,19-31

Bischofsvikar Dr. Peter Tarlinski

Der zweite Sonntag der Osterzeit wird Weißer- bzw. Barmherzigkeits-Sonntag genannt. Die erste Benennung geht auf die Tradition zurück. Diejenigen, die in der Osternacht getauft wurden, trugen eine Woche lang weiße Gewänder und legten sie am letzten Tag der Osteroktav wieder ab. Das weiße Taufkleid bedeutet Unschuld und Freiheit von Sünden wie die Zugehörigkeit zu Christus. Die Bezeichnung Barmherzigkeitssonntag geht auf die Entscheidung von Papst Johannes Paul II. aus dem Jahr 2000 zurück. Im Mittelpunkt steht die barmherzige Liebe Gottes zu den Menschen, die im Kreuz und der Auferstehung Jesu Christi sichtbar und erfahrbar geworden ist. In der Lesung aus dem Brief des Apostels Petrus heißt es: Gott „hat uns in seinem großen Erbarmen neu gezeugt zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten. (…) Deshalb seid ihr voll Freude, wenn es auch für kurze Zeit jetzt sein muss, dass ihr durch mancherlei Prüfungen betrübt werdet.“

Dem Evangelium nach Johannes entnehmen wir, dass der Apostel Thomas an der Auferstehung Jesu zweifelte. Er glaubte den Berichten der anderen Jünger über die Auferstehung Christi nicht. Thomas wollte ihn selbst sehen. Das ist auch geschehen. Jesus kam bei verschlossenen Türen zu den versammelten Jüngern. Thomas war dabei. Jesus sagte zu ihm: „Streck deinen Finger hierher aus und sieh meine Hände! Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite und sei nicht ungläubig, sondern gläubig!“ Und er fügte hinzu: „Weil du mich gesehen hast, glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.“ Im gleichen Sinne richtet der Apostel Petrus in seinem Brief folgende Worte an die verfolgten Christen in Kleinasien: „Jesus Christus habt ihr nicht gesehen und dennoch liebt ihr ihn; ihr seht ihn auch jetzt nicht; aber ihr glaubt an ihn und jubelt in unaussprechlicher und von Herrlichkeit erfüllter Freude, da ihr das Ziel eures Glaubens empfangen werdet: eure Rettung.“

Der auferstandene Christus begrüßte seine Jünger mit den Worten: „Friede sei mit Euch!“ Dies ist eine Aufmunterung, die eigenen Befürchtungen zu überwinden und in Freiheit zu leben. Papst Franziskus schreibt dazu: „Wir dürfen keine Angst haben, Christen zu sein und als Christen zu leben! Wir müssen diesen Mut haben, hinzugehen und den auferstandenen Christus zu verkündigen, da er unser Friede ist, er hat Frieden gestiftet mit seiner Liebe, mit seiner Vergebung, mit seinem Blut, mit seiner Barmherzigkeit.“ Diese Gewissheit ermöglicht, das gemeinschaftliche Leben sicher aufzubauen. Die Christen der ersten Stunde „verkauften Hab und Gut und teilten davon allen zu, (…) Tag für Tag verharrten sie einmütig im Tempel, (…) hielten miteinander Mahl in Freude und Lauterkeit des Herzens. Sie lobten Gott und fanden Gunst beim ganzen Volk. Und der Herr fügte täglich ihrer Gemeinschaft die hinzu, die gerettet werden sollten.“ Eine tröstende Perspektive auch für uns.

 

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