Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Wort zum Sonntag von Bischofsvikar Peter Tarlinski

09.06.2024 – Sonntag im Jahreskreis – B

  1. Lesung: Gen 3,9–15
  2. Lesung: 2 Kor 4,13 – 5, 1

Evangelium: Mk 3,20–35

Am vergangenen Sonntag waren wir am St. Annaberg und haben die 29. Wallfahrt der nationalen und ethnischen Minderheiten gefeiert. In diesem Jahr, zum ersten Mal seit Jahrzehnten, sind wir so richtig nass geworden. Das hat sich so angefühlt, als öffnete der Himmel all seine Schleusen, um sie zu entleeren. Dabei harrten wir aus bis zum Schluss.

Setzt nicht nur auf sich selbst

Dennoch haben wir aus dem Ereignis auch etwas gelernt: Setzt nicht bedingungslos auf eure eigenen Kräfte, Spekulationen, Projekte, Entscheidungen ohne Gott. Als Menschen können wir nicht alles. Es gibt Naturgesetze, die wir nicht beherrschen. Außer der sichtbaren Umwelt, gibt es auch die unsichtbare, übernatürliche Wirklichkeit. Damit haben wir uns schon im Wort zum Sonntag auseinandergesetzt. Der Mensch, der auf sich selbst setzt, wird mit den selbstgemachten Problemen nicht fertig. Der Untergang wird ihm vorausgesagt. Das betrifft auch Staaten, Nationen, ethnische Gruppen, Organisationen und Verbände. Vor Kurzem hatten wir es noch mit einer kulturellen Diskriminierung der deutschen Kinder und Jugendlichen im Schulunterricht zu tun gehabt. Diese scheint nun überwunden zu sein.

Der Mensch ließ sich verführen und hat das Paradies verloren.

Am Horizont taucht eine neue Diskriminierung auf, nämlich die des Glaubens und der Gläubigen. Seit längerer Zeit geschieht dies durch nicht saubere und tendenziöse Berichterstattung. Seit Neustem, durch angekündigte Regierungsentscheidungen, die den Glauben und damit die Gemeinschaft der Gläubigen an den Rand der Gesellschaft drängen wollen. Dabei sieht man bei sich keine Schuld. Die Gläubigen werden im Namen eines menschlichen Gesetzes aus einem Staat schrittweise ausgeschlossen.

Der Sündenfall durch Übermut

Seit Beginn der Menschheitsgeschichte versucht der Mensch, ohne Gott auszukommen und nur auf sich selbst zu setzen. Die Geschichte vom Paradies, wo Eva und Adam versucht haben, ohne Gott, auf eigene Faust, das Leben zu gestalten, schildert die Katastrophe danach. In der 1. Lesung aus dem Buch Genesis heißt es: „Nachdem Adam von der Frucht des Baumes gegessen hatte, rief Gott, der Herr nach ihm und sprach zu ihm: Wo bist du? Er antwortete: Ich habe deine Schritte gehört im Garten; da geriet ich in Furcht, weil ich nackt bin und versteckte mich. Darauf fragte Gott: Wer hat dir gesagt, dass du nackt bist? Hast du von dem Baum gegessen, von dem ich dir geboten habe, davon nicht zu essen? Adam antwortete: Die Frau, die du mir beigesellt hast, sie hat mir von dem Baum gegeben. So habe ich gegessen. Gott, der Herr, sprach zu der Frau: Was hast du getan? Die Frau antwortete: Die Schlange hat mich verführt. So habe ich gegessen.“ Der Mensch ließ sich verführen und hat das Paradies verloren.

Ohne prophetisch auftreten zu wollen, braucht man keine besonderen Kenntnisse, um nicht zu sehen, dass der Mensch selbst seinen Untergang zu verantworten haben wird, weil er sich gegen Gott und die Naturgesetze stellt. Immer wenn er sich so verhält, kommt es zu Katastrophen. Mögen wir rechtzeitig aufwachen – also JETZT.

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