Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Wort zum Sonntag von Pastor Wojciech Pracki

2 Juni: 1.Sonntag nach Trinitatis

Lesungen:

1. Johannesbrief 4,16-21;

Lukasevangelium 16,19-31

Predigttext: Jeremia 23,16-29

So spricht der HERR Zebaoth: Hört nicht auf die Worte der Propheten, die euch weissagen! Sie betrügen euch, sie verkünden euch Gesichte aus ihrem Herzen und nicht aus dem Mund des HERRN.

Jr 23,16

Brauchen wir noch Propheten? Wir können sagen, dass die Juden es in der vorantiken Zeit sehr gut hatten, denn Gott selbst kommunizierte mit ihnen durch seine Propheten. Wenn Gott etwas seinem auserwählten Volk oder dem König sagen wollte, berief er einen Propheten, durch den der Wille Gottes offenbart wurde. Eine göttliche und einfache Art der Kommunikation. Das einzige Problem dabei war aber die Antwort des Volkes: „Wir wollen auf Gott nicht hören! Wir wissen es besser, was uns gut tut!“  Nur in Zeiten der Krise erinnerten sie sich daran, dass man bei Gott Zuflucht finden kann.  Auf jeden Fall hat Gott sein Volk ziemlich oft angesprochen durch Mose, Josua, Samuel, Elia, Jesaja, Jeremias und andere Propheten. Viele der mündlichen Prophezeiungen wurden zusammengestellt und schriftlich angefertigt, sodass wir sie in Form der verschiedenen Bücher der Bibel heute auch lesen können. Es gilt auch für den heutigen Predigttext. Wichtig dabei ist, dass es in den Zeiten der Propheten noch wenig Bücher oder Rollen gab mit den Texten, die wir heute allgemein als die Bibel bezeichnen. Wenn, dann nur für den Gottesdienstgebrauch in der Synagoge. Deshalb hat man zum Beispiel die Bücher Mose im Judentum auswendig gelernt. Wir haben den Komfort, dass wir diese Texte in unserer Sprache lesen können.

Alles, was wichtig und notwendig ist für unsere Erlösung, steht in der Bibel.

Nicht anders ist es mit anderen Teilen des Neuen und Alten Testaments. Sowohl die Texte aus der Zeit vor Jesu als auch die, die über seine Person berichten, finden wir alle in einem Buch. Gott hat den Heiligen Geist gesandt und die Apostel und ihre Schüler inspiriert, damit ihr Zeugnis von der Begegnung mit Jesus aufbewahrt wird. Dies konnte durch die Schaffung der vier Evangelien geschehen. So haben wir heute, auch nach 2000 Jahren, die direkten Aussagen und Geschichten von Jesus Christus. So sind die göttlichen Kommunikate bis heute sehr gut erreichbar. Es genügt, nur die Bibel aufzuschlagen und sie zu lesen. Wir brauchen ja auch kein Passwort. Und um die biblischen Aussagen zu verstehen, gibt es auch im Internet und in Bibliotheken genug Kommentare.

So kommen wir zu der wichtigsten Frage – Brauchen wir noch heute Propheten? Bei Jeremias steht, dass die Propheten das sagen, was für sie gut ist, oder das, was die Menschen hören wollen – und nicht das, was Gottes Wille ist. Deshalb sind sie nutzlos. Heute brauchen wir keine Propheten, denn wir haben die Bibel. Alles, was wichtig und notwendig ist für unsere Erlösung, steht in der Bibel. Wir brauchen aber gut gebildete Prediger – Vikare, Pfarrer und Bischöfe mit hervorragender Bibelkenntnis. Denn ihre Aufgabe ist, den Zuhörern den biblischen Gott vorzustellen, sie mit Ihm bekannt zu machen. Nur so, durch Gottes Kommunikate aus der Bibel kommt man zum Glauben. Deswegen ist es auch wichtig, dass wir für und um solche Prediger beten. Sie sind heute viel wichtiger als Propheten. Dabei sollen wir als Eltern, Taufpaten, Großeltern nicht vergessen, dass wir diese Aufgabe auch gegenüber unseren Kindern haben – den Kleinen durch die Geschichten und Aussagen aus der Kinderbibel Gott vorzustellen. Also, viel Erfolg! Amen.

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