Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Saturday, January 28, 2023

Wort zum Sonntag von Pastor Wojciech Pracki

Erster Sonntag nach Epiphanias
Predigttext – Johannesevangelium 1,29-34
Lesungen: Jesajabuch 42,109; Römerbrief 12,1-8

Das Wichtigste beginnt mit der Taufe
Am Tag darauf sah er Jesus auf sich zukommen und sagte: Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt. Johannesevangelium 1,29

Johannes und sein Auftrag
Die obenzitierten Wortestammen von Johannes dem Täufer. Seine Aufgabe war es,Menschen zur Buße aufzurufen und durch die Taufe Sünde abzuwaschen. Seine Tätigkeit gehörte zur Praxis einer Frömmigkeitsströmung im uralten Judentum. Die Taufe Johannes’ war eine Bußehandlung, verbunden mitder Erneuerung des Bundes mit Gott. Man konnte sie auch wiederholen, nachdem man die eigenen, neuen Sünden bereut hatte. Durch dieses Handeln bereitete Johannes die Menschen auf das Kommen Jesu Christi vor. Nun ist es aber soweit. Der Auftrag ist erfüllt. Das Lamm Gottes – Jesus, der Erlöser ist endlich gekommen und wird die Welt verändern!

Taufe bei Jesus
Jesus, obwohl er selbst ohne Sünde ist, wird von Johannes getauft. Diese Taufe kennt die trinitäre Form noch nicht (Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes). Trotzdem wird sie zum Anfang der öffentlichen Wirksamkeit Jesu Christi. Seit diesem Moment beginnt Jesus sein Wirken als Lehrer/Rabbi und Verkünder des Reiches Gottes. Mit der Taufe beginnt das Wesentliche in seinem Leben.

Was ist mit uns?
Viele von uns, wenn nicht die meisten, sind getauft. Es spielt aber auch keine Rolle in welcher Konfession. Ob katholisch,evangelisch, oder orthodox, wird die Taufe gegenseitig anerkannt und als neuerAnfang mit Gott betrachtet. Es spielt auch keine besondere Rolle, in welchem Alter wir getauft wurden – als kleine Kinder oder als selbstbewusste Erwachsene. Wer getauft ist, gehört nominal zu Gott. Die Frage, die dabei wesentlich bleibt, lautet: wie gehe ich damit um?

Wie gehe ich um mit meinem Bewusstsein, getauft zu sein?
Martin Luther, getauft am 11.11.1583 in Eisleben, nahm immer, wenn er spürte, vom Teufel versucht zu sein, ein Messer und schnitzte den Satz „ich bin getauft” auf die Tischplatte. Das sollte seinen Glauben stärken. Ich möchte Sie nicht zum Zerstören Ihrer Möbelstücke zu Hauseüberreden. Aber es ist schon wichtig, mit dem Bewusstsein des Getauftseins zu leben. Wenn es mir wichtig ist, soll ich wie ein Christ leben, mich nach dem Evangelium orientieren und Jesus soll mir ein Vorbild sein. Meine Eltern haben es für mich entschieden, aber ich habe es in allen Konsequenzen angenommen. Dabei ist es immer wichtig,jeden Tag die Frage nach dem konsequenten Leben zu stellen.

Am Silvestermorgen ist Papst-Emeritus Benedikt XVI. gestorben. Ich schätze seine Person als einen der größtenTheologen unserer Zeit – mit seinen Büchern und Reden hat erauf eine viel sensiblere Art, aber auch zugleich deutlicher als Luther, sein Taufbewusstsein geäußert. Er wird mir fehlen. Amen.

 

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