Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Thursday, December 1, 2022

Worte und Taten

An der Wrocławska-Straße (früher: Breslauer Straße) liegt der alte Stadtfriedhof. In dem beschaulichen Viertel gehen aber doch viele Menschen daran vorbei. Etliche bekannte deutsch-polnische Persönlichkeiten des 19. und 20. Jahrhunderts sind hier begraben. Wie etwa Max Glauer, schlesischer Porträtfotograf oder die Oppelner Konditorenfamilie Bayer. Insgesamt fanden über 1400 Personen auf dem Friedhof ihre letzte Ruhestätte

 

Die Ideen zur Erhaltung des Friedhofs beginnen Gestalt anzunehmen. Foto: Beata Kubica

 

„Wir wollen eine Initiative zur Erhaltung des Friedhofs stärken und das Gedenken an die Geschichte weitergeben“, sagt die Pressesprecherin der SKGD, Joanna Hassa. „Es wird noch zu wenig getan. Ein Treffen der Interessierten soll alle Menschen zusammenbringen, denen der Friedhof wirklich am Herzen liegt.“ Am 4. September wurden Bürger, Politiker und Journalisten in die Caritas-Bibliothek zu Diskussion und Gedankenaustausch eingeladen.
Das langfristige Ziel ist die Gründung eines lokalen gesellschaftlichen Komitees oder einer Organisation zur regelmäßigen Pflege des Friedhofs. Letzteres würde den Vorteil bieten, finanzielle Mittel der Stadt nutzen zu können und Einzelprojekte zu realisieren. Fragen stellen sich auch noch weiterhin: Welche Pläne hat die Stadt für den Friedhof und seine Umgebung? Wie bewerkstelligt man anfallende Restaurierungsarbeiten?
Stadt und SKGD erstellten bereits im Rahmen des Bürgerhaushalts 2016 eine zweisprachige Internetseite (www.cmentarzopole.pl) sowie eine Publikation (Leben und Tod in Oppeln. Alter Stadtfriedhof in den Jahren 1813-1963), um eine fotografische und biografische Dokumentation der Gräber und Verstorbenen anzufertigen. „Ein Antrag an das Denkmalschutzamt der Woiwodschaft, um den Friedhof in das Register eintragen zu lassen, erfolgte vor langer Zeit. Nun wollen wir anfangen, Ideen auszubauen und konkrete Aufgaben zu verteilen.“, sagt Joanna Hassa.
Sie unterstreicht, dass die Mitglieder der deutschen Minderheit bereits öfter um mehr Achtung und Pflege für den historisch wertvollen Ort appellierten. „Er wird teilweise schon ‚ausradiert‘. Unbekannte zerstören mutwillig die Grabsteine und stehlen metallene Verzierungselemente. Den verdienten Bürgern der Stadt wird auf diese Weise keine Wertschätzung entgegengebracht.“

 

 

Petra Lulei

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