Foto 1: http://gruene-dachau.de

Der dritte Europakongress der Regional- und Lokalverwaltungen fand vor Kurzem in Krakau statt. Das Treffen hat die osteuropäische Perspektive auf Europa in den Mittelpunkt gerückt. Auch Marese Hoffmann von den Grünen aus Dachau war dabei.

 

Zu unrühmlicher Bekanntheit gelangte Dachau durch das 1933 von den Nationalsozialisten errichtete Konzentrationslager Dachau, das erste „offizielle“ Lager, das neben Auschwitz zum Inbegriff der Konzentrationslager wurde. Heute pflegt der Landkreis Dachau, 30 Kilometer nordwestlich von München, eine Partnerschaft mit dem Landkreis Auschwitz (Oświęcim) mit Marese Hoffmann als Partnerschaftsbeauftragte. In dieser Funktion und um das Wissen der historischen Verantwortung Dachaus besuchte Hoffmann den dritten Europakongress der Regional- und Lokalverwaltungen in Krakau. Über ihre Eindrücke berichtete sie der Süddeutschen Zeitung.

 

Demnach hörte Hoffmann fasziniert dem Danziger Bürgermeister Paweł Adamowicz zu, der sich für Offenheit und Aufnahme von Flüchtlingen in Polen aussprach und sich mit seiner Haltung gegen die PiS-Regierung stellt: “Ein unglaublich weltoffener und engagierter Mensch, der tolle Flüchtlingsprogramme organisiert”, sagte Hoffmann.

 

Beeindruckend fand Hoffmann auch viele Berichte, etwa mit welchen Problemen Mazedonien bei der Versorgung von circa einer Million Flüchtlingen bei einer Bevölkerung von gerade einmal zwei Millionen zu kämpfen hatte, zusätzlich zu noch immer großen ethnischen Konflikten im eigenen Land. Viele Kongressteilnehmer aus Russland, Weißrussland und der Ukraine zeigten großes Interesse an einer europäischen Zusammenarbeit auf kommunaler Ebene, forderten jedoch auch das Gespräch auf Augenhöhe. Die Aufspaltung in arme und reiche EU-Staaten betrachten laut Hoffmann viele als Anfang vom Ende Europas. Der Wille, die EU als friedensstiftende Vereinigung durch lokale Aktivitäten mit den Bürgern zu stärken, war bei allen spürbar.

 

Auch dass so viele Frauen aus Osteuropa auf dem Kongress waren, begeisterte Hoffmann. Auf dem Panel “Women in high heels in local and regional government” erfuhr sie, dass die Führung der polnischen Kohleindustrie in der Hand einer Frau liegt. “Können Sie sich das vorstellen?”, sagte sie.

 

mb