Fast 243.000 Zloty an EU-Fördermitteln in Form von Fördermittelzusagen für Spezialdienstleistungen hat das Oppelner Zentrum für wirtschaftliche Entwicklung (OCRG) in diesem Monat drei ersten Unternehmen aus der Region bereitgestellt. Die Dienstleistungen zugunsten dieser Firmen sollen von durch diese ausgewählten unternehmensnahen Institutionen wahrgenommen werden.

 

OCRG-Leiter Roland Wrzeciono (erster von links) und zu seiner Linken der Firmenvorsitzende von MM Systemy Roland Krause wissen, dass sie gute Arbeit geleistet haben.
Foto: OCRG

 

Den Vertrag über eine dieser Fördermittelzusagen für knapp 28.300 Zloty hat beim Oppelner Zentrum für wirtschaftliche Entwicklung die Automotive-Firma MM Systemy aus Konty unterzeichnet. Das Geld ist für eine Spezialschulung „Hi-Po” – das innovative Mentaltraining” für acht Mitarbeiter der Firma bestimmt. „Wir freuen uns, dass wir dieses Angebot nutzen können”, betonte Firmenchef Roland Krause bei der Vertragsunterzeichnung. „Wir haben ein sehr junges Team, denn das Durchschnittsalter in unserer Firma ist 29 Jahre. Investitionen in Schulungen, Entwicklung und Weiterbildung dieses Teams sind ein Element, für das wir von Anfang an unsere Mittel ausgeben. Und da es nun die Möglichkeit gibt, dass solche professionellen Spezialschulungen gefördert werden, durften wir diese Gelegenheit nicht vergeuden”, so Krause.

 

Partner mit Marke

Bei seiner Entscheidung, die Fördermittelzusage in Anspruch zu nehmen, war dem Firmenvorsitzenden nach eigener Aussage auch wichtig, dass er gegenüber den beiden Partnern – dem OCRG und dem Wissenschafts- und Technologiepark als Dienstleister – Vertrauen habe. Roland Krause sei im Rückblick auf die bereits lange Zusammenarbeit überzeugt, dass das OCRG ein Markenzeichen für sich sei: Wenn man dort etwas tue, dann immer professionell, gut vorbereitet und durchdacht. Seine Kooperation mit dem Wissenschafts- und Technologiepark habe ihn davon überzeugt, dass dieser ebenfalls eine seriöse Marke sei, sagte er in Anspielung auf die gemeinsamen Vorhaben. „Die Firma MM Systemy hat uns dabei einen ganz besonderen Trainer genannt, mit dem sich unser Wissenschafts- und Technologiepark verständigen und mit ihm diese Schulung vorbereiten musste. Der Trainer wurde in der Schweiz ausgebildet und verfügt daher über sehr hohe Kompetenzen in Bereich der Optimierung der Produktionsabläufe, was die Firma MM Systemy sehr gut in ihrem Alltag gebrauchen kann”, sagte Prof. Jarosław Mamala, der Vorstandsvorsitzende des Wissenschafts- und Technologieparks in Oppeln. Die beiden anderen Fördermittelzusagen belaufen sich auf entsprechend 84.000 und knapp 131.000 Zloty. Die eine geförderte Firma will damit eine Schulung über effizientes Management sowie moderne Lösungen und Standards in Gastronomie und Hotelwesen finanzieren. Bei der anderen geht es um ein Projekt für eine optimierte Entstaubung der Produktionshallen. Als Dienstleister für diese Firmen fungieren hierbei das Oppelner Institut für Keramik und Baustoffe, Abteilung Material-, Prozess- und Umwelttechnik, und die Wirtschaftskammer Schlesien. „Technisch sieht das so aus, dass die betreffende Firma sich zunächst eine unternehmensnahe Institution aussucht und eine Dienstleistung, die diese Institution für sie erbringen soll. Danach beantragt der Unternehmer bei uns eine Förderung bzw. eine Fördermittelzusage. Nach dem entsprechenden Vertragsabschluss zahlt die Firma eine 30-prozentige Eigenleistung auf das Konto der Institution ein und wir übernehmen dann aus der EU-Förderung die restlichen 70 Prozent, indem wir dieses Geld ebenfalls an die betreffende Institution überweisen”, erklärte der OCRG-Leiter Roland Wrzeciono.

 

Unterstützung über Zuwendungen

Die Unterstützung für Firmen in Form von Fördermittelzusagen oder Zuwendungen wird aus Geldern des Regionalen Operationsprogramms der Woiwodschaft Oppeln für die Jahre 2014-2020 im Rahmen des Projekts „Anbieter von Berechtigungsscheinen zur Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit kleiner und mittlerer Unternehmen aus der Woiwodschaft Oppeln mit dem Geschäftsschwerpunkt intelligente Spezialisierung” gewährt. Das Projekt startete dieses Jahr und wird bis Ende 2021 weiterverfolgt. Aus dem Projekttopf von 18,6 Millionen Zloty stehen Unternehmern Zuwendungen in Höhe von bis zu 50.000 Zloty bzw. Fördermittelzusagen von bis zu 150.000 Zloty in Aussicht. Wofür kann man nun das Geld aus dem Projekt „Anbieter von Berechtigungsscheinen” nutzen? Die in Form von Kostenerstattungen gewährten Zuwendungen können beispielsweise für eine Beratung über geistiges Eigentum und Patente verwendet werden, z.B. für die Erstellung und Einreichung eines Patentantrags durch einen Patentanwalt, die Bezahlung der Anmeldekosten beim Patentamt, die Ausarbeitung einer Strategie zum Eintritt in externe, darunter auch ausländische Märkte, die Teilfinanzierung einer Analyse des Unternehmensumfelds einschließlich Informationen über Steuern, Beschäftigungsfragen etc. Außerdem für die Organisation des Eintritts in externe Märkte, z.B. Kooperation mit einem Geschäftspartner, Teilnahme an Fachbörsen und -messen, Abdeckung der Kosten für die Vorbereitung und Betreuung von Reisen zu Gesprächen mit Partnern, der Kosten für Übersetzungs- und Dolmetscherleistungen, Transport, Hotels, Eintrittskarten, Verpflegung usw. Auch für Dienstleistungen im Bereich des Industriedesigns, z.B. Abdeckung der Kosten für Schulungen, Workshops und Beratungen zum Produktdesign, Vorbereitung eines gewerblichen Musters etc. oder auch für innovationsfördernde Dienstleistungen (Vermittlung bei der Einführung von Technologien und Innovationen), z.B. Abdeckung der Kosten in Zusammenhang mit der Implementierung der Ergebnisse von Forschungs- und Entwicklungsarbeiten. Eine Fördermittelzusage indes wird in Form einer nichtfinanziellen Unterstützung gewährt (der Unternehmer zahlt nach der Inanspruchnahme einer Dienstleistung 30 Prozent der Dienstleistungskosten an den Dienstleister und übrigen Kosten werden aus der durch das OCRG gewährten Fördermittelzusage übernommen) und kann z.B. für Rechts-, Finanz- und Rechnungsführungs- sowie Organisationsberatung verwendet werden, z.B. die Abdeckung der Kosten für juristische Dienstleistungen, Finanzberater, Mittler, Experten für Personalmanagement usw.

 

WIE NUTZT MAN ZUWENDUNGEN UND FÖRDERMITTELZUSAGEN EFFEKTIV

  1.  Melden Sie sich bei dem der Woiwodschaftsregierung unterstellten Oppelner Zentrum für wirtschaftliche Entwicklung (OCRG) und teilen Sie dort mit, welche Unterstützung Sie benötigen.
  2. Füllen Sie den 4-Blatt-Antrag auf Finanzierung einer ausgewählten Dienstleistung aus. Mitarbeiter des OCRG werden Ihnen dabei behilflich sein. Den Antrag können Sie aber auch selbst ausfüllen und an das Oppelner Zentrum für wirtschaftliche Entwicklung (Oppeln, ul. Krakowska 38, 45-075 Opole) schicken oder dort persönlich abgeben. Mitarbeiter des OCRG werden Ihnen auch dabei helfen, eine unternehmensnahe Institution zu finden, die Sie bei der Implementierung der ausgewählten Dienstleistung unterstützen wird.
  3. Innerhalb von bis zu 10 Werktagen ab Einreichung des kompletten und korrekt ausgefüllten Antrags unterschreiben Sie dann einen Finanzierungsvertrag für die gewünschte Dienstleistung bzw. Dienstleistungen.
  4. Setzen Sie die Dienstleistung bzw. Dienstleistungen gemäß den Vorgaben und dem Vertrag um.
  5. Melden Sie sich mit einem Antrag auf Erstattung der Kosten für die umgesetzten Dienstleistungen bei dem der Woiwodschaftsregierung unterstellten Oppelner Zentrum für wirtschaftliche Entwicklung. Der Erstattungsantrag nimmt lediglich zwei Blätter ein!
  6.  Innerhalb von bis zu 10 Tagen nach Einreichung des Erstattungsantrags wird das Geld – Erstattung der Kosten für die von ihnen in Anspruch genommene und umgesetzte Dienstleistung – auf das Konto Ihrer Firma überwiesen.

 

 

Krzysztof Świerc