Hochfest der Erscheinung des Herrn

1. Lesung: Jes 60,1-6
2. Lesung: Eph 3,2-3a.5-6
Evangelium: Mt 2,1-12

 

Meister von Meßkirch: Dreikönigsbild
Quelle: Wikipedia

 

 

Wie schon am Weihnachtsfest steht auch an diesem Sonntag der Erscheinung des Herrn das Licht im Mittelpunkt. Gott selber ist es. Er ruft die Menschen zusammen. Er versammelt die Suchenden und führt sie aus der Dunkelheit ihrer Gedanken und Taten heraus. Er befreit die Menschen aus den Fesseln der Feinde und den Zwängen der Selbstgefälligkeit. Lesen wir dazu die Worte aus dem Buch Jesaja. „Auf, werde Licht, denn es kommt dein Licht, und die Herrlichkeit des Herrn geht leuchtend auf über dir. Denn siehe, Finsternis bedeckt die Erde und Dunkel die Völker, doch über dir geht leuchtend der Herr auf. Völker wandern zu deinem Licht und Könige zu deinem strahlenden Glanz. Deine Söhne kommen von fern, deine Töchter trägt man auf den Armen herbei. Du wirst es sehen, und du wirst strahlen, dein Herz bebt vor Freude und öffnet sich weit. Zahllose Kamele bedecken dein Land, Dromedare aus Midian und Efa. Alle kommen von Saba bringen Gaben und verkünden die ruhmreichen Taten des Herrn.“

 

 

Das Neue Testament verdeutlicht die Vision des Propheten Jesaja. Den Worten des Hl. Paulus folgend, werden nicht nur Juden aber auch Heiden gerettet, denn sie gehören zu demselben Leib Christi und haben Anteil an derselben Verheißung Jesu Christi. Das Schott-Messbuch kommentiert: „Fremden Menschen, Ausländern, Heiden leuchtet der Stern. Sie suchen und fragen, bis sie den neugeborenen König finden. Dies ist ein Zeichen dafür, dass alle Völker der Erde zum Heil berufen sind, das Jesus Christus gebracht hat (Mt 28, 18-20)“. Im Tagesgebet des heutigen Hochfestes heißt es: „Allherrschender Gott, durch den Stern, dem die Weisen gefolgt sind, hast du am heutigen Tag den Heidenvölkern deinen Sohn geoffenbart. Auch wir haben dich schon im Glauben erkannt. Führe uns vom Glauben zur unverhüllten Anschauung deiner Herrlichkeit.“

 

 

Auf die Herrlichkeit Jesu weisen die Gaben hin, welche dem geborenen Messias die Sterndeuter geschenkt hatten. Das Gold bedeutet Reichtum, symbolisiert Macht und weist auf die Königswürde Jesu hin. Wie der Weihrauch sollen die Bitten der Menschen zu Gott empor steigen. Dadurch wird auch die Verehrung Gottes ausgedrückt. Weihrauch ist das Zeichen der Göttlichkeit Christi. Myrrhe weist auf das Leiden und den Tod Jesu Christi hin. Jesus wurden am Kreuz zur Betäubung Wein mit Myrrhe gereicht und sein Leichnam wurde mit Myrrheöl gesalbt – gegen den Geruch der Verwesung und als Zeichen der Ehre.

 

 

An der Schwelle des Neuen Jahres steht Jesus vor uns als der Retter der Menschheit und das Licht für unsere Zukunft. Mit ihm können wir zuversichtlich unser Leben auch im Jahr 2019 gestalten. Der Bibelwissenschaftler Rudolf Pesch hilft uns dabei mit den Gedanken: „Epiphanie, die Erscheinung Jesus Christi, findet statt in der liebenden Begegnung mit der Schwester und dem Bruder, im Lächeln des Kindes, im Blick des geliebten Menschen, im Gesicht des Kranken – in jeder liebenden Bewegung des Herzens, in jedem Dank und jedem Du“.

 

 

HH: „Auf, werde Licht, denn es kommt dein Licht, und die Herrlichkeit des Herrn geht leuchtend auf über dir.”