Mitglieder des DFK bei der Schulung Foto: Policja Gdańsk.

Dass ein DFK außer der Jugendarbeit auch ein Angebot für Senioren haben muss, ist wohl den meisten Mitgliedern der deutschen Minderheit klar. Ebenso klar ist, dass die Mitglieder des DFKs auch ein Teil der polnischen Gesellschaft sind und somit den gleichen Gefahren ausgesetzt. Diese zwei Sachen hat der Vorstand des DFKs Danzig nun Verbunden und mit der polnischen Polizei die Schulung „Der sichere Danziger“ veranstaltet.

 

„Es ist schon die zweite Schulung dieser Art, die wir zusammen mit der Polizei in Danzig veranstalten. Es ist eine Antwort auf die mehrfachen Vorfälle in Polen, bei denen Senioren betrogen wurden“, erklärt der Vorsitzende des DFKs Danzig Roland Hau die Beweggründe für die Veranstaltung der Schulung. Hau meint damit die besonders in Polen, aber teilweise auch in Deutschland beliebte „Enkel“-Betrugsmethode. Dabei werden Senioren von Kriminellen angerufen, die sich als Enkel des Opfers ausgeben. Im Lauf des Gespräches wird dann um Geld gebeten, um bei angeblichen finanziellen Problemen des „Enkels“ zu helfen. Dutzende polnische Senioren sind im Laufe der letzten Jahre mit diesem Trick reingelegt worden und haben damit oft mehrere tausend Zloty verloren.

 

Bis sich auch unter den Danziger Deutschen ein Opfer des Enkel-Betrugs findet, wollte der Vorstand nicht warten. Anfang des Jahres wurden einige Polizeioffiziere in den Sitz des DFKs Danzig eingeladen, um die älteren Mitglieder über die Methode aufzuklären und ihnen nahezulegen, wie sie sich vor dem Betrug schützen können. Dabei wurde vor allem die Vorgehensweise der Täter besprochen und was man im Falle eines solchen Betrugs machen sollte. Da aber auch die Kriminellen dazulernen, entwickeln sich auch die Betrugsmethoden weiter. Mittlerweile geben sich die Täter als Polizisten aus und fordern Geld zum Beispiel für die Finanzierung einer Aktion, die die Senioren angeblich vor Betrug schützen soll. „Deswegen jetzt die zweite Schulung, die Mitte Juli stattfand“, sagt Roland Hau. Hau berichtet, dass dabei die Mitglieder vor allem über die Rechtslage der Vorgehensweise eines Polizisten unterrichtet wurden. „Die Offiziere unterstrichen vor allem, dass ein Polizist kein Recht hat, unmittelbar von jemandem Geld einzufordern. Dies verbietet das polnische Recht und das zu wissen, ist ganz wichtig bei dieser Betrugsmethode“, so Roland Hau. Dazu hatte die Danziger Polizeischulung auch ein multimediales Element, denn auch die Polizisten haben immer mehr Mittel, mit denen sich die Bürger selbst schützen können. Roland Hau zufolge hatte man den Teilnehmern etwa gezeigt, wie sie auf ihren Telefonen eine Applikation installieren und nutzen können, die bei dem Verdacht eines solchen Betrugs gleich die entsprechenden Behörden alarmiert.

 

Die Sicherheit der Mitglieder war jedoch nicht der einzige Beweggrund für die Schulung. Nach Roland Hau, zeige sie auch, dass so „polnische wie auch deutsche Institutionen zum Wohle aller zusammenarbeiten können“, dies betreffe auch, wie Hau sagt,
die polnische Polizei.

 

Łukasz Biły