Lucjan Dzumla Foto: A. Durecka

Lucjan Dzumla
Foto: A. Durecka

Anna Durecka sprach mit Lucjan Dzumla, Generaldirektor des Hauses für Deutsch-Polnische Zusammenarbeit, über das anstehende Schlesienseminar.

 

Woher kam die Idee für das Thema des diesjährigen Schlesienseminars, das den Migrationen gewidmet ist?

 

Wir versuchen beim Schlesienseminar immer über für diese Region wichtige Themen zu sprechen. Wir haben uns diesmal lange Gedanken mit unserem Wissenschaftsrat gemacht, welches Thema wir wählen und haben uns letzten Endes für das Thema Migrationen entschieden, weil dieses Thema für Schlesien immer wieder von Bedeutung war. Es wurden Menschen aus Schlesien vetrieben, es gab welche, die hierher kamen, Neusiedler.

 

Hatte die aktuelle gesellschaftliche Lage in Europa, das zurzeit von Flüchtlingen überflutet wird, auch Einfluss darauf, das das Schlesienseminar sich mit Migrationen beschäftigen wird?

 

Natürlich. Es wird zurzeit viel über Migration in Europa geredet. Das Thema ist aktueller denn je. Ich finde sowieso, dass die heutigen Migrationen und die Migrationen nach 1945 zusammenhängen. In gewisser Weise ist das, was heute passiert, die Erlebnisse dieser Menschen, die auf der Flucht sind, den Ereignissen von 1945 und später ähnlich. Es passt also durchaus alles thematisch zusammen.

 

Wird dieser Bezug zwischen den Migrationen heute und in der Vergangenheit beim Schlesienseminar auch thematisiert?

 

Hoffentlich. Wir hoffen, dass vor allem in den Diskussionen darüber gesprochen wird, dass es da Ähnlichkeiten gibt und was wir daraus lernen können, was vor 70 Jahren passiert ist und was wir dagegen machen können, was heute geschieht.

 

Wie gestaltet sich das Programm des Schlesienseminars?

 

Es wird drei Tage dauern. Wir eröffnen dieses Jahr mit einer Debatte, die wir zusammen mit der Konrad-Adenauer-Stiftung organisieren. Diese Auftaktdebatte sehe ich durchaus auch als einen der Höhepunkte der Schlesienseminars. Die Debatte soll in das Thema Migration einführen, wir werden allgemein über Migrationen heute und gestern sprechen. Wir werden über die Richtungen und Formen der Migrationen reden. Am zweiten Tag werden wir paralell in zwei Gruppen arbeiten, weil wir sehr viele Themen behandeln wollen. Wir werden unter anderem von der Rolle der Migration in der Geschichte Schlesiens sprechen, über die Nachkriegsmigrationen, die Integration von Migranten und Flüchtlingen usw. Am dritten Tag werden wir dann die ökonomischen Aspekte der Migration behandeln. Wir haben auch ein interessantes Abendprogramm geplant. Am Mittwoch findet unter anderem ein Treffen mit Zeitzeugen, mit denen wir über Flucht und Vertreibung sprechen werden, statt und wir eröffnen eine Ausstellung zu diesem Thema.