Dr. Paul-Jürgen Porr

Die deutsche Minderheit in Rumänien setzt in ihren Führungsreihen weiter auf Kontinuität. Während der Delegiertenversammlung ihres Dachverbandes – des Deutschen Demokratischen Forums in Rumänien (DDFR) – wurde der bisherige Vorsitzende Dr. Paul-Jürgen Porr einstimmig für weitere vier Jahre wiedergewählt.

 

Mit der Versammlung, die Ende April stattfand, tritt Porr als Vorsitzender der Deutschen in Rumänien mittlerweile schon seine zweite Amtsperiode an. Bis 2021 wird er damit den Dachverband anführen. Zwar hatte der bisherige Chef keinen Gegenkandidaten, doch wurde er explizit vom Vorstand als alleiniger Kandidat nominiert, was das enorme Vertrauen für Paul-Jürgen Porr zeigt.

 

Die Aufgaben, die Porr nun in seiner weiteren Amtsperiode erwarten, werden jedoch alles andere als einfach sein. Schon in seinem Bericht machte er Anspielungen auf die unlängst stattgefundene Sitzung der deutsch-rumänische Regierungskommission. Dabei wurden nicht nur Angelegenheiten des deutschen Schulwesens und der Finanzen der deutschen Minderheit besprochen, sondern auch die Streitigkeiten zwischen der Regierung Rumäniens und der Deutschen Minderheit in den letzten Wochen. Ausgangspunkt des Konfliktes war die Kritik des deutschstämmigen Staatspräsidenten Rumäniens Klaus Johannis an der Landesregierung, die der Korruption beschuldigt wurde. Im Gegenzug wurden deutsche Ressentiments von der Regierung in der Öffentlichkeit verbreitet, was auch auf die Deutsche Minderheit schlug. Porr wolle jedoch die Deutschen durch diese schwierigen Zeiten bringen und sich weiter den Fragen vor allem der Bildung widmen.

 

Als Vorsitzender des DDFR hat Porr ein verpflichtendes Erbe angetreten. 2013 löste er als Chef der deutschen Minderheit Klaus Johannis ab, der damals zum Bürgermeister von Hermannstadt-und später spektakulär zum Staatspräsidenten Rumäniens gewählt wurde.

 

Łukasz Biły