Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Tuesday, May 24, 2022

Přejemy Wam …eine gute Reise!

Ab dem 8. Februar ist ein Triebfahrzeug in der Oberlausitz als „Botschafter der sorbischen Sprache“ unterwegs.

 

Während in Oberschlesien das Thema der zweisprachigen Ortsschilder derzeit wieder hochkocht, freuen sich Sorben in der Oberlausitz über einen als „Botschafter des Sorbischen“ deklarierten „eigenen“ Zug.

Im Rahmen des Projektes zur Pflege der sorbischen Sprache im Alltag werden 15.000 Euro Fördermittel aus dem Sächsischen Staatsministerium des Innern für einen sorbischen Triebwagen eingesetzt. Über diesen Zug würde die sorbische Sprache bis nach Dresden einfahren, freut sich Landrat Michael Harig, Verbandsvorsitzender des Zweckverbandes Verkehrsverbund Oberlausitz-Niederschlesien (ZVON). „Das Zusammenleben von Sorben und Deutschen besitzt eine 1.500jährige Geschichte. Die sorbische Sprache und Kultur bereichern die zweisprachige Lausitz weit über ihre Grenzen hinaus“, sagte er bei der Zugeinweihung.

Für die Gestaltung des Zuges hat das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus das Layout seiner Kampagne „Sorbisch? Na klar!“ zur Verfügung gestellt. Dieses Projekt wurde vor einem Jahr ins Leben gerufen. Seitdem wird auf Social Media-Kanälen, mit Plakaten und in Bussen für das Sorbische geworben.

Im „sorbischen“ Triebwagen sollen nun Aktionen wie Lesungen sorbischer Autoren durchgeführt werden oder sorbische Veranstaltungen beworben werden.

„Das Sorbische ist der Markenkern der Lausitz! Wir sind stolz, dass wir gemeinsam mit dem Freistaat, dem Landkreis, dem ZVON und der Länderbahn ein Projekt auf die Beine stellen konnten, welches überregional dafür wirbt. Zug fahren ist damit nicht nur ein Beitrag zum Umweltschutz, sondern auch ein Beitrag zur Mehrsprachigkeit der Lausitz. Die Zugfahrt kann man so auch für einen kleinen Sprachkurs nutzen. Jara derje – sehr schön!“,

freut sich Dawid Statnik, Vorsitzenden der Domowina, also des Dachverbandes sorbischer Vereine in Deutschland.

Die Kosten für das gesamte Projekt inkl. Beklebung des Triebwagens belaufen sich auf knapp 36.000,- Euro.

Dass die Einweihung des Triebwagens wegen der Pandemie wenig feierlich stattfand, hat seinen Grund: der Triebwagen wird gebraucht. Es wäre unmöglich das Fahrzeug in der Werkstatt stehen zu lassen, denn die Länderbahn setzt so viele Fahrzeuge wie möglich ein, damit die Abstände im Zug eingehalten werden können.

Klaudia Kandzia

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