Walter Frick. Foto: Die Freiheitlichen.

Die deutschen Bildungseinrichtungen in Südtirol seien zu wenig deutsch – dies meint jedenfalls eine politische Partei, die sich als ein Repräsentant der Volksgruppe sieht. Dabei beruft man sich besonders auf ein Argument.

 

Die Zeit für politische Deklarationen wegen Schuleinrichtungen scheint wohl bei den deutschen Minderheiten besonders in den Sommerferien günstig zu sein. Nachdem sich die Deutsche Minderheit in Dänemark vor einigen Wochen zum deutschen Schulwesen geäußert hat, hat sich nun auch die Partei „Die Freiheitlichen“ in Südtirol zu Wort gemeldet. Diese vertritt nach eigenen Angaben besonders die Anliegen der deutschen Volksgruppe. In einem Statement gibt jetzt der Sprecher der Partei, Walter Frick, zum Ausdruck, dass sowohl Schulen wie auch Kindergärten für die Minderheit in Südtirol „zu wenig deutsch“ seien.

 

Dabei beruft sich Frick auf die Anzahl der Volksgruppe und die daraus resultierende angeblich zu wenig ausgewogene Struktur der Nationalität in den Schulen: „Obwohl die deutsche Bevölkerung in Bozen nur etwa 23 Prozent ausmacht, werden die deutschen Kindergärten von 42 Prozent der eingeschriebenen Kindergartenkinder der Stadtgemeinde besucht“, so Walter Frick. Dem Politiker zufolge sei dies ein Beweis dafür, dass die Minderheitenschulen sich immer mehr auf die allgemeine Bildung und weniger auf die Minderheit selber konzentrieren. Da die Kinder, welche diese Einrichtungen besuchen, oft kein Deutsch sprechen, führt dies nach Frick „zum Leidwesen der deutschen Kinder“, weil „die Qualität und der Bildungsauftrag auf der Strecke bleiben“.

 

In seiner Erklärung appelliert Walter Frick unmittelbar an die Verwaltungsorgane der Schulen denen „die Problematik des hohen Andrangs von nicht-deutschsprachigen Kindern in den deutschen Kindergärten“ schon seit Jahren bekannt sein soll. Des Weiteren fordere man, dass „nur jene Kinder einen deutschen Kindergarten besuchen dürfen, welche entsprechende Sprachkenntnisse aufweisen“.

 

Die Antwort auf die Kritik der Partei liegt im Moment noch nicht vor.

 

Łukasz Biły