Die Erinnerung darf nicht enden; sie muß auch künftige Generationen zur Wachsamkeit mahnen. Ohne Erinnerung gibt es weder eine Überwindung des Bösen noch Lehren für die Zukunft“. Roman Herzog ehem. deutscher Bundespräsident 1996

Foto: Krystian Belkus

Bereits seit fast einem Vierteljahrhundert bereiten die Verantwortlichen der deutschen Minderheit in Polen und Vertreter der ehemaligen Häftlinge des Lagers Zgoda in jedem Jahr eine Gedenkfeier für die Toten dieses Lagers vor. Auch 2018 wollen wir uns wieder an sie erinnern und laden zu dieser Feier am 16. Juni herzlich ein.

Sie beginnt um 10 Uhr mit einer Hl. Messe in der St. Josefskirche zu Königshütte, die wie im Vorjahr Herr Pfarrer Dr. Jerzy Dadaczynski aus Hindenbrg (Chorzów) in deutscher Sprache zelebrieren wird. Wir hoffen, daß auch wieder Herr Pfarrer Brzoska von der evangelisch-lutherischen Gemeinde Schwientochlowitz (Świętochłowice) aktiv an der Gedenkfeier teilnehmen wird. An die Gedenkmesse schließt sich eine Andacht am Denkmal für die Lageropfer auf dem Friedenshütter Kommunalfriedhof an. Beendet wird die Feier an der Lagertorgedenkstätte mit dem Niederlegen von Kränzen und Blumen, dem Anzünden von Kerzen und mit kurzen Anmerkungen prominenter Teilnehmer zum Tag. Danach ist ein Vortrag zum Thema Lager Zgoda im M-Cafe, Świętochłowice ul. Katowicka 17 geplant.

Unsere diesjährige Einladung wird von der Hoffnung begleitet, daß sich der im Lauf der letzten Jahre schmerzlich deutlich gewordene Rückgang der Besucherzahlen beim Gedenken nicht fortsetzt. Der Grund dafür ist sicherlich, daß die Zeitzeugengeneration kaum mehr existent ist. Umso konkreter sind jetzt, so meinen wir, die Nachgeborenen gefordert, die Erinnerung an eine für die deutsche Minderheit in Polen besonders wichtige Phase oberschlesischer Geschichte wachzuhalten – nicht zuletzt auch im Interesse der Bewahrung ihrer Identität.

Gedenktage führen eine Gesellschaft zusammen in der Reflexion über die gemeinsame Geschichte. Denn ob wir es nun wollen oder nicht: Einschneidende Ereignisse hinterlassen ihre Spuren – bei den Akteuren und Zeitzeugen, aber auch bei den nachfolgenden Generationen”, sagte Joachim Gauck, ehem. deutscher Bundespräsident

Eugeniusz Nagel Gerhard Gruschka